Für den schönsten Tag Bald Trauungen in Belmer Mühle und Hager Hof?

Von Kerstin Balks


Belm. Immer mehr Brautpaare verzichten auf eine kirchliche Trauung. Umso festlicher soll der Gang zum Standesamt sein. Die Gemeinde Belm möchte dem Rechnung tragen und sobald wie möglich Trauungen an Orten mit besonderem Ambiente anbieten.

Millionen Fernsehzuschauer weltweit verfolgten die Hochzeit von Prinz Harry und seiner Braut Meghan Markle. Ein schönes Paar wurde bei der Zeremonie in der Schlosskirche von Windsor glanzvoll in Szene gesetzt. Nun, die wenigsten nennen ein Schloss ihr eigen, längst will oder kann nicht jeder den kirchlichen Segen erhalten – und dennoch soll die Hochzeit ein unvergesslich festliches Ereignis sein.

Romantik

Allerdings fällt dies umso schwerer, je profaner der Ort der Trauung ist. Eine Amtsstube entbehrt zumeist jedweder Romantik, selbst wenn für die standesamtliche Zeremonie ein Blumenstrauß auf dem Tisch steht. Viele Kommunen richten daher, außerhalb ihrer Verwaltung, in historischen Gebäuden Trauzimmer ein – wie in der Osnabrücker Stadtwaage oder auf Schloss Hünnefeld in Bad Essen. Solche Trauorte erfreuen sich großer Beliebtheit und werden oftmals von den Heiratswilligen einer Trauung am eigentlichen Wohnort vorgezogen. In Belm etwa fanden in den vergangenen beiden Jahren von 138 Eheschließungen nur 74 tatsächlich in der Gemeinde statt. Deshalb brachte die Belmer CDU-Fraktion im jüngsten Ordnungsausschuss einen Antrag auf Einführung so genannter Ambiente-Trauungen ein.

Als Orte mit besonderem Ambiete werden darin Teestube und Veranda des Komplexes von Belmer Mühle und Sägewerk sowie der Hager Hof in Vehrte vorgeschlagen. Vorteile sieht die CDU, wie auch die anderen Parteien im Ordnungsausschuss, nicht nur für die Brautleute: Auch die beiden Einrichtungen, die Belmer Integrationswerkstatt sowie die Begegnungsstätte Hager Hof, könnten von dem Angebot profitieren – durch mehr Öffentlichkeit und durch anfallende Nutzungsgebühren. Und nicht zuletzt könnte auch die Gemeinde, etwa durch einen höheren Kostensatz für Trauungen außerhalb der normalen Sprechzeiten, Mehreinnahmen generieren.

Widmung

Auch haben bereits Begehungen der beiden möglichen Trauorte und Gespräche mit den Einrichtungsleitungen stattgefunden, wie CDU-Ratsfrau Anja Knostmann vortrug. Ergebnis: Zwar werden die Trauungen dort wegen Eigennutzung vermutlich voraussichtlich nicht an Samstagen vorgenommen werden können, ansonsten erfüllen die Orte aber alle Voraussetzungen – lediglich müsste die Teestube der BIW mit einer Rampe für den behindertengerechten Zugang ausgestattet werden, ansonsten stünde an beiden Orten einer Widmung zum amtlichen Trauzimmer außerhalb des Standesamtes nichts im Wege. Daher beauftragte der Ausschuss, der die Maßnahme einstimmig befürwortete, die Verwaltung mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Beschlussvorschlages für den Gemeinderat. Angestrebt werde, so Bürgermeister Viktor Hermeler, noch in diesem Herbst die ersten Termine für Trauungen im besonderen Ambiente anzubieten.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN