Tierpräparate aus aller Welt Ausstellung „Insektopia“ in Belm: Auf Käfers Spuren

Von Sina-Christin Wilk

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Ausstellung Insektopia gastiert in Belm. Hendrik Kortekamp zeigt Artenvielfalt im Schaukasten. Foto: Sina-Christin WilkAusstellung Insektopia gastiert in Belm. Hendrik Kortekamp zeigt Artenvielfalt im Schaukasten. Foto: Sina-Christin Wilk

siwi Belm. Gut 360 Tierpräparate zählt die Ausstellung „Insektopia – im Reich der Insekten“, die für einen Tag im Festsaal am Leconskamp in Belm gastiert. Hendrik Kortekamp, Geschäftsführer der Wanderausstellung, hat sich ein Ziel gesetzt: Artenvielfalt in einer schnelllebigen Welt abbilden.

Hendrik Kortekamp stammt aus einer Zirkusfamilie. Bereits vor Jahren hat sein Großvater eine umfangreiche Sammlung von lebenden Reptilien und Amphibien zusammengetragen, um Kindern und Erwachsenen die Artenvielfalt näherzubringen. Als diese nach und nach verstarben, suchte er sich einen professionellen Tierpräparator in den USA. Nach 2,5 Jahren konnte die Ausstellung auf Tournee gehen. Alsbald folgte „Insektopia“, die unter anderem Spinnen, Skorpione, Käfer und Schmetterlinge zeigt. In Schaukästen sind die Präparate sorgfältig aufgereiht, Infozettel geben Hintergrundinformationen zu Lebensraum, Sozialform, Größe usw. „Über 99 Prozent der Tiere stammen aus dem Ausland“, berichtet Kortekamp. Die Faszination für die Tierwelt hat Kortekamp von seinem Großvater geerbt: „Ich möchte, dass sich die Menschen eine Auszeit vom Alltag nehmen und die Tiere neu für sich entdecken. Viele Kinder wissen heute ja gar nicht mehr, wie ein Maikäfer aussieht.“

Vor gut eineinhalb Jahren hat Kortekamp die Ausstellung von seinem Onkel übernommen, der diese nach dem Tod des Großvaters vorübergehend weiterführte. Über 3000 Tierpräparate umfasst seine Sammlung.

In Belm zeigt er 360 ausgewählte Exemplare – für mehr ist im kleinen Festsaal am Leconskamp kein Platz. „Ich muss die Ausstellung den Gegebenheiten vor Ort anpassen“, sagt Kortekamp. Gerne würde er lebendige Tiere zeigen, denn die Nachfrage ist gerade bei den jüngeren Besuchern groß. Doch weiß er als Zirkuskind um Debatten über die Ausstellung lebendiger Tiere. „Die Tiere sind alle einen natürlichen Tod gestorben. Kein Tier wurde für die Ausstellung getötet“, betont er. Tierschutz sei ihm wichtig: „Es ist wichtig, wie man mit den eigenen Tieren umgeht. Schließlich lebt und arbeitet man mit ihnen.“

Die Wanderausstellung kommt rum: Vier Städte pro Woche, deutschlandweit, Saison ist abgesehen von den Sommermonaten durchgehend. Von Donnerstag bis Sonntag stellt er aus. Die anderen Tage werden für Werbemaßnahmen und Verwaltung genutzt. Zielgruppe seien vor allem Kinder und Senioren.

Auch so in Belm: Eine Kindergartengruppe habe sich spontan angemeldet. Manche Kinder zeigen großes Interesse an der großen Anzahl an Spinnen. Andere seien besonders angetan von den Käfern, die teils handtellergroß und durch die dünne Scheibe des Terrariums zum Greifen nahe sind. Kortekamp selbst habe die „Schmetterlinge am liebsten. Die bunten Exemplare sieht man in der freien Natur nur noch selten.“


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