Neue Planung für Gewerbegebiet Belmer Landvolk verärgert über Uphoffs Äußerungen

Zwischen der B51 und der neuen Umgehungsstraße soll ein Gewerbegebiet entstehen. Foto: Jörn MartensZwischen der B51 und der neuen Umgehungsstraße soll ein Gewerbegebiet entstehen. Foto: Jörn Martens

ahg Belm. Die Planung des Gewerbegebietes nördlich der neuen B51 bei Vehrte ist wieder ein Stück vorangekommen: Bei der Sitzung des Bauausschusses am Donnerstag wurden die vorgestellten Planänderungen einstimmig angenommen. Die Einwohnerfragestunde nutzten allerdings die anwesenden Bürger, um ihrem Unmut über einen ganz anderen Vorfall Luft zu machen.

Eine Äußerung des Ratsmitglieds Berthold Uphoff (CDU) in der vorigen Gemeinderatssitzung Anfang März über die konventionelle Landwirtschaft in Belm hatte die Gemüter erregt. Die Landwirte fühlen sich beleidigt, wie Richard Voß als Vorsitzender des Belmer Landvolks sagte. „Herr Uphoff, stehen Sie zu Ihrer Äußerung, dass die Belmer Landwirte Massentierhalter sind?“, fragte Voß, nachdem erst per Abstimmung geklärt worden war, dass er als Nicht-Belmer ein Rederecht in der Sitzung hat. Ein weiterer Landwirt forderte sogar eine öffentliche Entschuldigung von Uphoff, der als stellvertretender Vorsitzender die Sitzung des Bauausschusses leitete. „Das gehört nicht in den Bauausschuss und ist weder Frage noch Einwand zur Sache“, damit gaben sich die anwesenden Bürger erst zufrieden, nachdem sie ihr Anliegen vorgebracht hatten und Bürgermeister Viktor Hermeler laut geworden war.

Weniger emotional wurde es dann beim eigentlichen Hauptthema der Sitzung: Die Überlegungen für das Gewerbegebiet bei Vehrte begannen bereits 2014, Bedenken wegen Entwässerung und Versiegelung waren immer wieder Thema. Von den ursprünglich vorgesehenen 33 Hektar ist nur noch ein sieben Hektar umfassendes Teilgebiet in Planung. Michael Meier von der NWP Planungsgesellschaft stellte die neuesten Änderungen vor. Sie betreffen vor allem das Regenrückhaltebecken, das von der erhöhten Lage im nördlichen Bereich nun an den tiefsten Punkt gerückt ist und östlich der Dorfstraße angelegt werden soll. Die dort bestehende Hecke, nach einem faunistischen Gutachten Brutplatz für Nachtigall, Feldsperling und Goldammer, soll dabei nicht angetastet werden.

Mehr Platz für Bebauung

Mit der Verlegung befindet sich das Regenrückhaltebecken jetzt außerhalb des geplanten Gewerbegebietes, womit sich dort der Platz für Bebauung noch erhöht. Zur Oberflächenentwässerung stellte die Untere Wasserbehörde fest, dass „eine unzulässige Mehrbelastung des Belmer Bachs durch das Gewerbegebiet nicht zu erwarten ist“. Das Regenwasser soll im Regenklärbecken vorgeklärt werden, weiter ins Rückhaltebecken fließen und dann gedrosselt in den Belmer Bach abgegeben werden.

Eine weitere Planänderung umfasst eine frühere Bodenabbaustelle. Die durchgeführten Bodenuntersuchungen zeigten, dass die dort erfolgten Auffüllungen Plastik, Kabel, Asphaltstücke und Ziegelschutt enthalten. Die Untere Bodenschutzbehörde sieht zwar kein Problem für das Trinkwasser, schreibt aber vor, dass ein Gutachter die Entsorgung prüfen muss.

Nicht höher als neun Meter

Die maximale Gebäudehöhe im Gewerbegebiet wurde auf acht bis neun Meter über Gelände verringert, eine Forderung der Denkmalbehörde. Außerdem wurden die Schall- und Emissionskontingente angepasst.

Am westlichen Rand der Dorfstraße wird als Sichtschutz ein zwei Meter hoher und sieben Meter breiter Wall angelegt, der in Abstimmung mit dem Grundstückseigentümer begrünt wird. Die Pflege übernimmt ebenfalls der Grundstückseigentümer, sodass auf die Gemeinde hier keine Kosten zukommen, wie Susanne Menke von der Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft Oleg erläuterte, die mit der Entwicklung des Gewerbegebietes beauftragt ist.

Fazit von Bürgermeister Hermeler: „Die Ehrenrunde durch die Änderung der Pläne hat zwar Zeit gekostet, aber sich gelohnt.“ Die nächsten Schritte sind die öffentliche Auslegung für einen Monat, die Beteiligung von Fachbehörden und die Änderung des Flächennutzungsplans für das Regenrückhaltebecken östlich der Dorfstraße.