Von Fördergeldern und Flächenprämien Europaabgeordneter Tiemo Wölken besucht Vehrter Dorfladen

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Der EU-Abgeordnete Tiemo Wölken besuchte den Vehrter Dorfladen. Foto: Hermann PentermannDer EU-Abgeordnete Tiemo Wölken besuchte den Vehrter Dorfladen. Foto: Hermann Pentermann

siwi Belm. Rund ein Drittel der Kosten für den Vehrter Dorfladen stammen aus einem Fördertopf der EU. Als Mitglied des Europaparlaments verschaffte sich Tiemo Wölken gemeinsam mit einer Delegation der SPD vor Ort einen Eindruck davon, wie das Geld zum Einsatz kommt.

Seit November 2017 ist der Belmer Ortsteil Vehrte um eine Attraktion reicher: Auf die Initiative eines Arbeitskreises wurde im April 2017 ein wirtschaftlicher Verein gegründet, um die Umsetzung eines Dorfladens voranzutreiben. Nach gründlichen Vorbereitungen wurde die Rechtsfähigkeit des Vereins „Dorfladen Vehrte“ festgestellt, und ein Wirtschaftsprüfer gab den Startschuss für das Projekt. Als finanzielle Träger gewann der Verein die Sparkassenstiftung, die Gemeinde Belm und über Fördermittel auch die EU.

Einkäufe erledigt

Der SPD-Europaabgeordneter Tiemo Wölken aus Osnabrück nutzte die Gelegenheit seines Besuchs bei der Belmer SPD und unternahm einen Rundgang im Dorfladen. Zwischen Gesprächen mit den Parteigenossen und dem im Anschluss angesetzten Treffen mit Vertretern des Verwaltungsausschusses im Belmer Rathaus erkundigte sich die Delegation über das Sortiment, Lieferanten und organisatorische Strukturen – manche Teilnehmer erledigten nebenbei ihre Einkäufe.

Das Ladengeschäft in der ehemaligen Sparkassenfiliale wurde aufwendig renoviert und für die Ansprüche des Dorfladens umgebaut. In Eigenregie des Vereins ist ein modernes Ladengeschäft entstanden. Neben zwei hauptberuflichen Kräften und drei 450-Euro-Mitarbeitern wird das Tagesgeschäft von freiwilligen Helfern getragen. „Wir haben einen festen Stamm an Frauen, die tagtäglich für uns in der Küche stehen und uns mit Backwaren versorgen. Die Hilfsbereitschaft ist groß. Ich kann mich drauf verlassen, dass jemand zu Hilfe eilt, wenn ich anrufe“, berichtete Inge Drachenberg, Vorsitzende des Vereins. Wölken zeigte sich beeindruckt von dem Konzept und lobte die Arbeit der Ehrenamtlichen. „Der Dorfladen ist ein voller Erfolg. Dieses Beispiel zeigt, welch gute Sachen mit den Mitteln, die Europa in die Region investiert, zustande kommen“, so Wölken weiterhin.

Grundversorgung gesichert

Für einige Zeit gab es keine Nahversorgung mit Lebensmitteln in Vehrte. Mit dem Dorfladen ist nun die Grundversorgung gesichert. In direkter Nähe befinden sich Kindergarten und Schule, wenige Meter entfernt wird zurzeit an der Fertigstellung eines Komplexes für seniorengerechtes Wohnen gearbeitet. Letztlich dient der Dorfladen als Treffpunkt für Jung und Alt und sorgt für den „täglichen Schnack, der gerade den älteren Mitbürgern ansonsten fehle“, so Viktor Hermeler, Bürgermeister der Gemeinde Belm.

Weitere Förderprojekte

Wenig später im Rathaus stellte Hermeler weitere Projekt in Belm vor, die von der EU gefördert werden: Etwa die Soziale Stadt und die Belmer Integrationswerkstatt, die Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds erhalten. Tiemo Wölkenerläuterte das Volumen des EU-Haushalts von insgesamt rund 145 Milliarden Euro (zum Vergleich NRW rund 70 Milliarden Euro) und die Festlegung der Ausgaben über einen mehrjährigen Finanzrahmen von sieben Jahren.

CDU-Ratsherr Bernhard Strootmann sprach noch einweiteres Thema an. Der Hobbyjäger und Imker gab der EU die „Schuld“ am Insektensterben. Die „Flächenprämien“ für Landwirte würden seiner Meinung nach dafür sorgen, dass „jeder Quadratmeter Acker“ bis an die Grenze gepflügt werde und dafür Ackerrandstreifen, Feldwege und Gehölzinseln auf Äckern weichen müssten. „Wir brauchen Dauerbrachen und ein Mindestmaß an extensiver Landwirtschaft“, forderte Strootmann. Wölken zeigte sich an den ausführlichen und nachvollziehbaren Ausführungen sehr interessiert. „Solche Infos bekomme ich so emotional und interessant vorgetragen in Brüssel nicht.“ Er wolle sich bei der EU intensiver darüber informieren.


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