Mit Glaner Hilfe Palmstöcke geschnitzt 70 Teilnehmer beim Oster-Workshop in Icker

Von Horst Troiza


Belm. „Bald ist Ostern“ – unter diesem Titel gab es gleich eine ganze Reihe von Workshop-Angeboten im katholischen Pfarrheim in Icker. Eingeladen hatten die KFD und die Kolpingsfamilie, etwa 70 kleine und große Teilnehmer übten sich in der Anfertigung von Osterkränzen, Osterkerzen und Palmstöcken.

Einiges Geschick ist schon gefragt, wenn aus einem Zweig des Gemeinen Schneeballs ein dekorativer Palmstock werden soll. Mit einem besonderen Schnitzmesser werden Späne von den Zweigen abgehoben, jedoch nicht ganz abgeschnitten. Wegen der Spannung im gut abgetrockneten Holz kräuseln sich die abgehobenen Fasern um den Stock. Es entstehen die „Krüllen“. Sie symbolisieren die Dornenkrone. Der Fächer von immergrünen Buchsbaum auf der Spitze des Palmstocks gilt traditionell als Symbol für Unsterblichkeit. Nach altem Volksglauben schützt der geweihte Palmstock seine Besitzer vor Unheil und Krankheiten.

Alte Handwerkskunst

In Icker war diese alte Tradition des Schnitzens liturgischer Ostersymbole nahezu vergessen, doch mithilfe des Heimatvereins Glane konnte sie nun wiederbelebt werden. Rita Kassen und einige Helfer gaben den Teilnehmern des Workshops in Icker Anregungen und Tipps, wie die dekorative Osterpalme geschnitzt wird. „Ich hatte im Glaner Gemeindebrief davon gelesen, dass diese alte Handwerkskunst dort noch gepflegt wird und Kontakt gesucht, damit wir das hier anbieten können“, sagte Gemeindeschwester Anne Voß.

Sie freute sich darüber, die alten Palmstöcke in der Kirche durch neue ersetzen zu können. Am Vortag hatte der Krankenbesuchsdienst 40 Stöcke geschnitzt, die an Kranke in der Gemeinde verschenkt wurden.

Friedhof „osterfein“ gemacht

Zum zweiten Mal war zu den Workshops eingeladen worden. Die Initiative von Anne Escher von der KFD und Martin Wessel von der Kolpingsfamilie fand wieder großen Zuspruch. Nach einer kurzen Einstimmung in der Emmaus-Kapelle schnitzten, banden und bastelten rund 70 Teilnehmer eifrig im Gemeindezentrum. Es entstanden Osterkerzen, Osterkränze aus Buchsbaumzweigen, Bastelarbeiten aus Pappe sowie die bereits erwähnten Palmstöcke.

Eine weitere Gruppe werkelte auf dem Friedhof und machte ihn „osterfein“, eine andere war in der Küche damit beschäftigt, Brot und Kuchen für die Pause zu backen. Am frühen Abend klangen die Workshops wieder in der Kapelle aus, wobei alle Teilnehmer ihre Bastelarbeiten präsentierten.