Bauarbeiten schreiten voran Sprengungen für die Belmer Ortsumgehung zeigen Wirkung

Von Nina Strakeljahn

Der Fels muss noch abgetragen werden, damit die Ortsumgehung unter der Brücke entlang laufen kann. Foto: Michael GründelDer Fels muss noch abgetragen werden, damit die Ortsumgehung unter der Brücke entlang laufen kann. Foto: Michael Gründel

Belm. Dort, wo in Zukunft die B51 unter der Bremer Straße entlang laufen soll, können Beobachter fast täglich Fortschritte an der Baustelle begutachten. Der kleine Hügel des Schinkelbergs, der noch bis vor wenigen Monaten dort stand, ist schon zu einem großen Teil abgetragen.

Damit die Erde abtransportiert werden kann, werden dort seit einigen Wochen Sprengungen durchgeführt. Dadurch soll der Fels gelockert werden, erklärt Cord Lüesse, Geschäftsbereichsleiter Osnabrück der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr. Würde dies nicht über Sprengungen gemacht, müsste mit einem Presslufthammer gearbeitet werden. Das sei für die Anwohner wesentlich unangenehmer.


Mit einer Spezialmaschine werden die Löcher für den Sprengstoff in den Boden gebohrt. Foto: Michael Gründel


Die Spuren der Sprengungen sind im Fels noch zu sehen. Einzelne Drähte schauen aus den Erdhügeln hervor. Eine Spezialmaschine bereitet unterdessen bereits die nächste Sprengung vor. Sie bohrt zwei bis drei Meter Löcher in die Tiefe. Den Staub bläst sie heraus, so dass in regelmäßigen Abständen kleine hellgrauen Häufchen entstehen, die ein bisschen an Maulwurfshügel erinnern.


Einige Drähte von den letzten Sprengungen sind noch im gelockerten Fels zu finden. Foto: Michael Gründel


An der Baustelle herrscht reger Betrieb. Ein Lastwagen nach dem anderen kommt an. Die Bagger beladen sie mit dem gelockerten Fels, dann fahren sie wieder weiter. So schrumpft der Rest des Schinkelbergs. Bald werden sich die Bagger soweit vorgearbeitet haben, dass die Trasse unter der Brücke herführt. Dann ist der Verlauf von Autobahn 33 und Bundesstraße 51 deutlich zu erkennen.


Der gelockerte Fels muss abgetragen werden. Foto: Michael Gründel


Auch auf der anderen Seite der Brücke sind die Bauarbeiten an der Trasse am Gange. Mit Blick Richtung des Brückenbauwerks über die Bahn erklärt Lüesse, dass dort breiter aufgefüllt wird als für die Umgehung benötigt. Das seien schon Vorratsflächen für den geplanten Bau der A 33-Nord. Diese Flächen werden zunächst begrünt. Unter der Brücke, entlang der Bahnlinie, wird es in Zukunft einen Wirtschaftsweg geben, der dann auf die Heinrichstraße führt, fügt der Geschäftsbereichsleiter hinzu.


Mit Glück findet man im Fels Pflanzenversteinerungen, sagt Cord Lüesse. Foto: Michael Gründel


Die Baustelle lockt viele Zuschauer. "Es herrscht ein reger Tourismus", sagt Lüesse, der aber auch betont, dass das Betreten der Baustelle verboten ist. Manche hoffen, in dem gelockerten Fels Pflanzenversteinerungen zu finden. Mit Glück würde man fündig. Besondere Mineralien suche man allerdings vergeblich, erklärt er.


Zahlreiche Lastwagen transportieren die Erde ab. Foto: Michael Gründel


Trotz der Frostperiode liegt die Bauarbeiten im Zeitplan. Ziel ist es weiterhin, dass Ende 2019 die ersten Fahrzeuge über die 6,7 Kilometer lange und knapp 70 Millionen Euro teure Ortsumgehung rollen können.


Die Trasse wird in Zukunft unter der Brücke herlaufen. Foto: Michael Gründel