Bewegende Opfer-Berichte Belmer Verein Bikult zeigt Ausstellung über häusliche Gewalt

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Die Belmer Künstlerin Ute Kaul und der Bikult-Vorsitzende Hans-Jürgen Bruns präsentieren die Wanderausstellung „Neue Wege - Wege aus der Gewalt“. Foto: Hendrik SteinkuhlDie Belmer Künstlerin Ute Kaul und der Bikult-Vorsitzende Hans-Jürgen Bruns präsentieren die Wanderausstellung „Neue Wege - Wege aus der Gewalt“. Foto: Hendrik Steinkuhl

Belm. Vor knapp 15 Jahren konzipierte die Belmer Künstlerin Ute Kaul die Ausstellung „Neue Wege – Wege aus der Gewalt“, die seitdem durch Nordwestdeutschland tourt. Bis zum 29. März sind die Berichte von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, jetzt auch in Belm zu sehen.

Es hat sich nicht viel geändert beim Thema häusliche Gewalt, seitdem sich Ute Kaul zum ersten Mal damit beschäftigt hat. „Ich habe jetzt wieder recherchiert, die Fallzahlen sind praktisch gleich geblieben.“

2004 wurde Ute Kauls Wanderausstellung „Neue Wege – Wege aus der Gewalt“ zum ersten Mal gezeigt. Seitdem wurden die bewegenden Berichte weiblicher Opfer an rund 140 Stationen gezeigt, unter anderem in Vechta, Oldenburg oder Oerlinghausen. „Und in Bad Bentheim ist sie sogar durch alle Stadtteile gewandert“, sagt Ute Kaul.

Täter sind bekannt

Häusliche Gewalt sei in ihren Augen gerade deshalb ein so wichtiges Thema, weil man sie in vielen Fällen verhindern könne. „Täter, Tatort und Opfer sind bekannt, häusliche Gewalt ist ein ganz anderes Phänomen als ein unerwarteter Angriff irgendwo auf der Straße.“

Den betroffenen Frauen will Ute Kaul Mut machen, sich mit ihrem vermeintlichen Schicksal nicht einfach abzufinden. Es gebe keine sinnvolle Alternative dazu, sich Freunden, Nachbarn oder eben der Polizei anzuvertrauen. „Und wer einmal prügelt, muss weg, auch, wenn es seine Wohnung oder sein Haus ist.“

Intensive Recherche

Für ihre Ausstellung hat Ute Kaul intensiv recherchiert, unter anderem in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Vechta. 14 Insassinnen schickten Ute Kaul Briefe von ihren häuslichen Gewalterfahrungen, gemeinsam mit anderen Texten hängen diese Berichte nun an den Wänden des Vereins Bikult in der alten Schule.

„Für uns war es sofort klar, dass wir die Aufstellung zeigen“, sagt der Bikult-Vorsitzende Hans-Jürgen Bruns. Zu sehen ist „Neue Wege - Wege aus der Gewalt“ noch bis zum 29. März.


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