Pfarrkirche zweimal ausverkauft Musical „Abgehängt“ in Icker uraufgeführt

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Belm. Das Musical „Abgehängt?!“ ist am Wochenende in Icker uraufgeführt wurden. Zahlreiche Ickeraner haben sich an diesem Projekt beteiligt und so war die Pfarrkirche auch an beiden Abenden ausverkauft.

Eine alte Dame, die nicht mehr mit Bargeld zahlen darf. Ein älterer Mann, der nach seinem Schlaganfall Hilfe braucht. Eine Mutter mit Sohn, die nur gerade so über die Runden kommt. Sind sie abgehängt? Mit dieser Frage beschäftigte sich das Musical und brachte die Besucher über weite Strecken zum Nachdenken, zeigte aber auch einen Ausweg.

24 Stücke komponiert

Es war das siebte Musical, dass von der Kirchengemeinde Icker organisiert und aufgeführt wurde. Das Thema wurde in einer Schreibwerkstatt von Iris Brink-Schwänzl, Michael Schmoll, Katja Walkenhorst, Schwester Anne Voß, Larissa Glüsenkamp und Johanna Schmoll erdacht. Michael und Johanna Schmoll komponierten die 24 Stücke.

Hauptschauplatz ist ein Supermarkt, der „Coolmarkt“, der vom Geschäftsführer Herrn Petersen modernisiert wird. Es ist nur noch bargeldloses Zahlen möglich, der Dosenturm ist plötzlich veraltet und das neue Trend-Produkt ist „Air to go“, das mit einem Werbespot bekannt gemacht werden soll. Obwohl die Konzernchefin dazu anmerkt, dass das eigentlich niemand braucht. Herr Petersen ist also „Auf der Karriereleiter“, wie Schauspieler Uwe Kriegisch singt.

„Abgehängt kann so schön sein“

Doch damit ist Frau Schlüter, gespielt von Anne Escher, abgehängt. In der Bank wurde ihre Karte eingezogen und mit Bargeld kann sich nicht mehr zahlen. Anschreiben ist auch nicht mehr möglich. Im Park begegnet sie Benno (Thomas Fänger), einem Aussteiger, der sich von dem ernährt, was der Supermarkt wegschmeißt. Er erklärt ihr singend, dass „Das System“ an diesen Problemen schuld ist. Außerdem ist er davon überzeugt: „Abgehängt kann so schön sein“. Auch die Abteilungsleiterin Frau Bremer (Elisabeth Schneider) denkt über das System nach. Eigentlich sollten doch „Respekt und Toleranz“ zählen und nicht „Geld und Arroganz“, singt sie.

Während die einen sich nicht mehr in der Welt zurechtfinden, ist Joggerin Jeanette immer „En Vogue“. Sie postet neue Trends wie „Air to go“ in den sozialen Medien. Über den Stress, den sie sich mit ihrer Jagd nach den angesagtesten Produkten macht, rappt Darstellerin Petra Lüeske im Musical.

Ein Mehrgenerationenmusical

Doch nicht nur die Erwachsenen spielen in dem Musical mit. Es ist ein Mehrgenerationenmusical. So verkörpern Jungen und Mädchen der Grundschule Icker Schüler, die ihren Mitschüler Basti hänseln, weil er kein Geld hat. Im Gegensatz zu ihnen, kann er sich keine Fußballbilder leisten.

Doch wie schnell man abgehängt sein kann, muss schließlich auch Herr Petersen erfahren, denn „Air to go“ ist ein Flop. Plötzlich wird sein Laden geschlossen. Doch „Der Funke springt über“ und zwar bei allen. Aus dem Coolmarkt wird ein Dorfladen, wie er tatsächlich im nahegelegenen Vehrte im November eröffnet hat. Dort hat jeder seinen Platz, dort zählt jeder, egal wie alt er ist, singt der Chor zum Abschluss.

Viel Applaus und stehende Ovationen erhielten am Ende des Musicals nicht nur die Schauspieler und Sänger, die alle Laien sind, sondern das gesamte Team, das dieses gelungene Mehrgenerationenprojekt möglich gemacht hat.


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