KAB-Diözesantag Busemann: Arbeitsfreien Sonntag erhalten

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Um den Sonntagsschutz zu erhalten, brauchen Politiker mehr Rückgrat. Das forderte der Vize-Landtagspräsident Bernd Busemann. Foto: Thomas OsterfeldUm den Sonntagsschutz zu erhalten, brauchen Politiker mehr Rückgrat. Das forderte der Vize-Landtagspräsident Bernd Busemann. Foto: Thomas Osterfeld

Belm. Um den Sonntagsschutz zu erhalten, brauchen Politiker mehr Rückgrat. Das forderte der Vize-Landtagspräsident Bernd Busemann am Wochenende auf dem Diözesantag der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB). Die Versammlung hob im Regularien-Teil auch die paritätische Besetzung im Vorstand auf.

Derzeit diskutiert die KAB bundesweit ihr Schwerpunktthema „Arbeit.Macht.Sinn.“ – auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung der Jobwelt. Als Gastredner zum Diözesantag hatte man dazu Bernd Busemann geladen. Der CDU-Politiker betonte dabei die Wichtigkeit eines Ruhetages innerhalb der Arbeitswoche. Nach einer historischen Grundierung von arbeitsfreien Zeiten – sie sind nicht nur biblisch ableitbar, sondern waren fester Bestand antiker Kulturen sowie des Mittelalters und der Neuzeit – postulierte Busemann: Ein Ruhebedürfnis ist im Menschen angelegt. Zwar habe es in der Vergangenheit Versuche gegeben freie Zeiten zu streichen – diese seien aber– wie zuletzt in der Sowjetunion 1940 – stets gescheitert.

Rückgrat zeigen

Busemann bezeichnete den Sonntag als Kulturgut, der neben dem zum Atmen kommen etwa auch soziale Facetten habe. „Der Sonntag ist der Tag, der einer Ökonomisierung Grenzen setzt.“ Obwohl viele Versuche, den Sonntagsschutz zu durchlöchern, von Gerichten wiederholt abschlägig beschieden worden sind, lasse der Druck auf den gesetzlich verankerten Ruhetag nicht nach, so Busemann. „Diesen Auflockerungs- und Aushöhlungstendenzen müssen wir als Politiker widerstehen und Rückgrat zeigen, auch wenn das manchmal unpopulär ist.“

Arbeit ermöglicht Teilhabe am Leben

Zu möglichen Folgen der Digitalisierung der Arbeitswelt sprach Marcel Völtz. Der KAB-Sekretär aus dem Bezirk Emsland machte deutlich, dass sich der Verband nicht der technologischen Entwicklung entgegenstelle. „Aber die Maschine oder die Technik muss dem Menschen dienen und nicht umgekehrt.“ Die KAB definiere Arbeit auch nicht als reinen Produktionsfaktor. Vielmehr ermögliche Arbeit „Teilhabe am Leben, an kulturellen und sozialen Ereignissen“, so Völtz.

Paritätische Besetzung aufgehoben

Die 100 Delegierten stimmten im Regularien-Teil für eine Beitragserhöhung von zwölf Euro pro Mitglied und Jahr ab. Aufgehoben wurde zudem die paritätische Besetzung des Diözesanvorstandes von je zwei Frauen und Männern. Hintergrund: Zukünftig sei man so bei der Besetzung von Vorstandsposten flexibler, erläuterte KAB-Diözesan-Pressesprecher Michael Lagemann.

Bei den vorgenommenen Vorstandswahlen blieb es aber bei der gewohnten, paritätischen Besetzung: Wieder gewählt wurden Claudia Burrichter (Lingen) und Elke Diekmann (Hagen aTW). Neu im Vorstand sind Paul Kater (Bawinkel) und Klaus Mendrina (Bisendorf).


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