Anbauten in Astrup und Vehrte Belm muss für Kindergartenerweiterungen viel Geld ausgeben

Von Nina Strakeljahn

Der Kindergarten Astrup soll verlängert werden. Foto: Jörn MartensDer Kindergarten Astrup soll verlängert werden. Foto: Jörn Martens

Belm. Im Sommer werden in Belm sowohl Krippen- als auch Regelplätze im Kindergarten fehlen. Deshalb sollen die Kitas in Astrup und Vehrte erweitert werden. Die Planungen wurden im Bildungsausschuss vorgestellt.

Schwer verdaulich waren für die Ausschussmitglieder allerdings die Kosten der Erweiterungen. Die Planer bezifferten diese auf jeweils etwa 830.000 Euro. „Ich finde das einfach zu teuer“, sagte Erwin Schröder (SPD) mehrfach.

Die Planungen für den Kindergarten Astrup stellte Architekt Wilhelm Pörtner vor. Dort soll eine weitere Regelgruppe entstehen. Die Idee ist, den bereits vorhandenen Anbau in diesem Stil zu erweitern, erklärte er. Momentan ist die Krippengruppe in der ersten Erweiterung untergebracht. Damit die Kindergartengruppen nahe beieinander sind, soll die bisherige Krippengruppe in eine Regelgruppe umgewandelt werden. Die Krippengruppe soll dann in dem neuen Anbau untergebracht werden. So hätten sie ihren Bereich für sich, sagte Pörtner. Im Vorfeld solle das mit dem Jugendamt abgestimmt werden.

190 Quadratmeter mehr in Astrup

Insgesamt entstehen 190 Quadratmeter. Im Außenbereich können vier bis fünf weitere Parkplätze geschaffen werden, eventuell sogar mehr, wie es sich Ulrike Szlapka (UWG) wünschte. Die gesamte Maßnahme solle etwa 838.000 Euro kosten. Dabei habe er sich an den Ausschreibungsergebnissen des Christuskindergartens orientiert, sagte Pörtner.

„Ich bin immer wieder verblüfft“, sagte Erwin Schröder nach der Vorstellung. „Es ist unglaublich. Warum ist das so teuer?“ Pörtner äußerte Verständnis, allerdings sei das momentan das Spielfeld, in dem man sich bewege. „Wir bemühen uns, die Kosten im Griff zu haben“, sagte er. Der Astruper Kindergarten sei außerdem in einem guten Standard gebaut. Das finde er vernünftig, auch mit Blick auf die Folgekosten.

„Wir erledigen eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft“

Auch in Bernhard Strootmann rumorte es, wie er sagte. Er machte sich vor allem Gedanken um mögliche Förderungen. Für eine Krippengruppe bekäme man 180.000 Euro, für eine Regelgruppe hingegen nichts. Auch Hermeler, der die Kosten schon vor vier bis sechs Wochen verarbeiten konnte, betonte: „Wir erledigen eine wichtige Aufgabe für die Gesellschaft.“ Einig waren sich trotz der Kosten alle, dass das Konzept der richtige Weg ist.

Den Plan für den Kindergarten Vehrte hat Architekt Axel Mutert erarbeitet. Dort wird eine weitere Krippengruppe benötigt. Die Idee des Architekten ist es, auf der Fläche nördlich des Kindergartens, die momentan kaum genutzt wird, den Anbau zu planen. Der würde zwischen der Schule und dem bisherigen Gebäude entlang laufen.

304 Quadratmeter Nutzfläche in Vehrte

Bisher ist die Krippengruppe im Obergeschoss des Kindergartens untergebracht. Das soll sich ändern und deshalb ist die Erweiterung für zwei Krippengruppen geplant. Damit in die Räume genug Licht fällt, ist ein „Hof der Stille“ zwischen dem alten und dem neuen Gebäude vorgesehen. Auch die Gruppenräume sollen genug Licht bekommen. Insgesamt werden 304 Quadratmeter Nutzfläche gebaut. Eine Fläschchenküche sowie eine Stiefelzone im Bereich nach draußen haben die Planer sich ebenfalls überlegt.

Auch der Altbau soll optimiert werden, sodass für das Personal mehr Platz ist. Bislang habe man sich eher beholfen, erklärte Mutert. Das Obergeschoss soll unter anderem dafür genutzt werden. Die Leiterin bekommt ebenfalls ein neu gebautes Büro.

„Ich kann das nicht verdauen“

„Ich kann das nicht verdauen“, sagte Erwin Schröder kopfschüttelnd auch nach der Vorstellung des Konzeptes für den Kindergarten Vehrte, der ebenfalls 833.000 Euro kosten soll. Dabei konnten manche Kosten in der Aufstellungen noch gar nicht berücksichtigt werden, hatte Mutert erläutert. „Wir müssen die ja nun mal bauen“, entgegnete Ulrike Szlapka.

„Ein sehr durchdachter Entwurf“, fand sie. Das sahen die weiteren Ausschussmitglieder ähnlich. Bürgermeister Viktor Hermeler machte am Ende noch deutlich, dass die Gemeinde vermutlich noch einen Nachtragshaushalt benötige, damit auch der Vehrter Kindergarten noch in diesem Jahr gebaut werden könne.