Alles nach Plan 10.000 Kubikmeter Felsmasse: Sprengung an der B51 bei Belm

Von Katja Steinkamp


Osnabrück/Belm. Im Zuge der Bauarbeiten für die Ortsumgehung in Belm haben Fachleute am Samstagmorgen einen Fels gesprengt. Die B51 und die Nordstraße im Grenzgebiet zwischen Stadt Osnabrück und Belm wurden hierfür zwischen 8.45 Uhr und 9.15 Uhr gesperrt.

Was spektakulärer klinge, als es sei, sei reine Routine, sagte Niederlassungsmeister Jens Schulte. Die Sprengung des Erdfelses diene der Arbeitserleichterung. Durch die Sprengung werde der Boden aufgelockert und die Maschinen könnten die Erde einfacher abtragen. „In diesem Gebiet ist diese Vorgehensweise selten. In Süddeutschland beispielsweise ist das aber gang und gäbe“, sagte Cord Lüesse von der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr.

Im Radius von 300 Metern abgesperrt

Zwei Wochen lang war die Sprengung, die noch im Stadtgebiet Osnabrück erfolgte, geplant worden. Am Samstagmorgen wurde das Gebiet dann im Radius von 300 Metern abgesperrt. Bewohner hatten schon vorab Flugblätter erhalten; ihre Häuser verlassen mussten sie allerdings nicht. „Eine Erdsprengung ist anders als andere Sprengungen. Die Bewohner sollten nur in den Häusern bleiben und nicht rauskommen“, sagte Schulte. Außerdem sei eine Erdsprengung für die Anwohner um einiges vorteilhafter als wochenlange laute Bohrungen, ergänzte Lüesse. Fahrzeuge, die über die A33 kamen, wurden an der Anschlussstelle Lüstringen abgeleitet und die Straßen um den Sprengplatz für einen kurzen Zeitraum abgesperrt.

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10.000 Kubikmeter Felsmasse

Im Laufe der Woche waren bereits einige Bohrungen am Felsberg vorgenommen worden. „Es wurden circa 160 Löcher mit vier Metern Tiefe in den Berg gebohrt und dann zwei Meter mit Sprengstoff gefüllt“, erklärte Schulte. Darüber wurde Split gestreut und die Löcher dann mit mehr als 2000 Quadratmeter Vlies abgedeckt. „Freitagnachmittag wurde alles kontrolliert und abgenommen“, sagte Schulte. In der Nacht von Freitag auf Samstag wurde die Sprengstelle gut überwacht. „Es darf nur der Sprengstoff auf der jeweiligen Baustelle sein, der vorher auch abgenommen wurde“, sagte der Niederlassungsmeister. „Nachts darf nicht gesprengt werden und der Sprengstoff darf auch nicht unbeobachtet gelassen werden.“ Insgesamt wurden rund 10.000 Kubikmeter Felsmasse mit circa zwei Tonnen Sprengstoff gesprengt.

Sprengung erfolgreich

30 Einsatzkräfte waren am Samstagmorgen in Bereitschaft, damit alles nach Plan lief. Fünf Erschütterungsmessungen wurden an Wohnhäusern, an der nahegelegenden Brücke und am Fernsehturm durchgeführt. „Das Drumherum dauert länger als die Sprengung selbst“, sagte Lüesse. Und tatsächlich: Nach zwei Warnsignalen war nach ein paar Sekunden schon wieder alles vorbei. „Die Straßen waren maximal zehn Minuten gesperrt“, sagte Schulte. Das sei ein sehr kurzer Zeitraum. Auch Projektleiter Tom Zander war zufrieden mit dem Ablauf: „Es hat alles sehr gut geklappt. Wir hatten erst befürchtet, dass die B51 durch die Sprengung verunreinigt wird, aber auch das ist nicht der Fall.“ Säuberungsmaschinen seien aber einsatzbereit gewesen.

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Weitere Sprengungen geplant

Der Verkehr rollte nach der kurzzeitigen Sprengung schnell wieder an. „Es war wenig Rückstau“, sagte Niederlassungsmeister Jens Schulte. Er sei sehr erleichtert nach der Sprengung. „Am Ende fällt die Anspannung doch ab. Man steckt da einfach nicht drin.“ Dennoch könne eine Sprengung genau geplant werden: „Es ist wie beim Baumfällen, man kann die Löcher mit dem Sprengstoff so ausrichten, dass er in eine gewollte Richtung zielt“, erklärte Zander. Bis zu 1,50 Meter wachse ein solcher Felsberg, da er durch die Sprengung aufgelockert wird. „Wir warten jetzt die Erschütterungsmessungen ab, aber da wird vermutlich ebenfalls nichts Besonderes zu erkennen sein“, sagte Schulte. Denn diese Sprengung wird vermutlich nicht die Letzte gewesen sein, so der Niederlassungsmeister. „Eventuell werden wir die Uhrzeit etwas nach vorne verlegen, aber alles andere passte super.“