Ordnungsausschuss diskutiert Gibt es in Belm zu viele Osterfeuer?

Von Nina Strakeljahn

Wieviele Osterfeuer soll es künftig in Belm geben. Wird es nur noch öffentliche Feuer wie beim Schützenverein Belm-Powe 2016 geben? Archivfoto: Stefanie PreuinWieviele Osterfeuer soll es künftig in Belm geben. Wird es nur noch öffentliche Feuer wie beim Schützenverein Belm-Powe 2016 geben? Archivfoto: Stefanie Preuin

Belm. Soll die Zahl der Osterfeuer in Belm reduziert werden? Bei dieser Frage herrschte im Ordnungsausschuss Uneinigkeit. Deshalb wurde die Entscheidung erneut vertagt.

Bereits im November stand das Thema auf der Tagesordnung. Damals hatte der Ausschuss die Entscheidung in die nächste Sitzung verschoben. Die Verwaltung sollte den Entwurf so ändern, dass die Regelung erst ab 2019 in Kraft tritt. Nachdem das Thema in den Fraktionen noch einmal intensiv beraten worden war, herrschte dieses Mal großer Diskussionsbedarf.

Der Entwurf der Verwaltung sieht vor, dass ab dem Jahr 2019 in der Gemeinde nur noch öffentlich zugängliche Brauchtumsfeuer durchgeführt werden dürfen. Bislang sind alle Osterfeuer, die den Osterfeuer-Richtlinien in Hinblick auf Brennmaterial, Sicherheitsabständen und Aufsichtspflicht entsprechen, anzuzeigen. 2017 waren das 54 Osterfeuer, in den Vorjahren zwischen 60 und 75. Damit einhergehend konnten nur Stichproben bei der Kontrolle gemacht werden, heißt es in der Vorlage. In Belm war somit an beiden Ostertagen das Abbrennen von Feuern gestattet, was zu erhöhter Luftverschmutzung durch die Rauchbelastung geführt hatte und oftmals dazu genutzt wurde, den privaten Pflanzschnitt zuhause zu verbrennen.

Verwaltung will Zahl der Osterfeuer eindämmen

Die Verwaltung will das ändern und die Zahl der Osterfeuer eindämmen. Dazu hat sie sich an den Richtlinien in Wallenhorst und Osnabrück orientiert. Dort ist die Genehmigung von Osterfeuern nur erlaubt, wenn es sich um Brauchtumsfeuer handelt. Das sind öffentliche Feuer zum Zwecke der Brauchtumspflege, die im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung jedermann zugänglich sind. Dann wäre auch eine Kontrolle aller Feuer gewährleistet, um die Einhaltung der Richtlinien zu gewährleisten, ist die Verwaltung überzeugt.

Was ist „öffentlich zugänglich“, fragte Hartmut Stagge (SPD). Er befürwortete grundsätzlich die Idee, die Zahl der Osterfeuer zu reduzieren, wünschte sich aber eine genauere Definition der Begriffe. Birgit Rebenstorf, Fachbereichsleiterin für Bürgerdienste, erklärte, damit sie öffentlich zugänglich wäre, müsste die Veranstaltung öffentlich bekannt gemacht werden, zum Beispiel auf der Homepage. Dirk Rust (UWG) wollte außerdem wissen, welche Rahmenbedingungen es sonst gebe, ob dann auch Toiletten gebraucht würden oder die Feuerwehr vor Ort sein müsse. „Grundsätzlich finde ich das nicht verkehrt“, sagte er mit Bezug auf das Eindämmen von Osterfeuern.

CDU-Fraktion anderer Meinung

Das sah die CDU-Fraktion anders. „Ich fand, es ging“, sagte Rainer Püngel. Er habe viele seiner Nachbarn bei einem solchen Feuer näher kennengelernt, als er neu in seine Siedlung gezogen sei. Jan-Hendrik Schulhof war ebenfalls der Überzeugung, dass es bei den Osterfeuern nicht nur um das Abbrennen ginge, sondern auch um Zugehörigkeit.

Ob Osterfeuer tatsächlich zur Luftverschmutzung beitragen, bezweifelte hingegen Jens Glatzel (CDU). An Silvester sei das noch viel schlimmer. Man solle dann doch lieber klar sagen, worum es ginge: „Der Verwaltungsausfwand ist zu hoch.“ Dem widersprach Marcus Hensing, allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Es sei richtig, dass es momentan nicht möglich sei, die hohe Anzahl der Feuer zu kontrollieren. Dennoch sei die Luftverschmutzung ein Problem. Die Gemeinde könne am Feuerwerk an Silvester nichts machen, durchaus aber bei den Osterfeuern. „Ziel ist es, die Anzahl zu reduzieren“, betonte er. Dadurch wäre es dann auch leichter, die Feuer zu kontrollieren.

Zahl der Osterfeuer abnehmend

Püngel, Schulhof und Glatzel meinten, dass niemand auf das Osterfeuer warte, um Schafstoffe zu entsorgen, da diese doch kostenlos beim Schadstoffmobil der Awigo abgegeben werden könnten. Dass auf einem Osterfeuer auch mal behandeltes Holz lande, davon war Hartmut Stagge dennoch überzeugt. Deshalb begrüßte er es, dass die Feuer besser kontrolliert werden sollen. Ausschussvorsitzender Dieter Ewering (SPD) fragte noch, ob es Zahlen zur Belastung gebe. Und Hale Sentürk (Grüne) merkte an, dass die Zahl der Feuer abnehme und man vielleicht abwarten sollte, wie es ich entwickelt.

Der Ausschuss einigte sich letztlich darauf, die Entscheidung erneut bis nach Ostern zu vertagen und zu schauen, ob es wieder weniger Osterfeuer werden. Dann soll die Vorlage nochmals mit den Änderungen und eventuell weiteren Zahlen diskutiert werden.


Osterfeuer tragen zur Luftverschmutzung bei, sagt Hartmut Escher, Fachdienstleiter Umwelt beim Landkreis. Anders als in der Stadt würden im Landkreis Schadstoffe nicht gemessen. In Osnabrück lassen sich die Auswirkungen nachvollziehen. „Jedes Jahr gehen die Werte an Silvester und Ostern deutlich nach oben“, bestätigt Detlef Gerdts, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Klimaschutz bei der Stadt. Feinstaub ist das größte Problem. Vor zehn Jahren war die Belastung aufgrund des Wetters so hoch, dass die Bürger vor Aktivitäten im Freien gewarnt wurden. Die Stadt entschied, ihre Richtlinien zu ändern. Dadurch habe sich die Belastung reduziert, obwohl sie an diesen Tagen noch immer hoch sei. „Wir würden uns freuen, wenn die umliegenden Gemeinden, die Osterfeuer reduzieren würden“, sagt Gerdts.