Seit dem Zweiten Weltkrieg dabei Josef Wulftange ist der älteste Sänger im Chor in Icker

Meine Nachrichten

Um das Thema Belm Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Belm. Ob bekanntes Kirchenlied oder Neukomposition, Josef Wulftange singt jedes Stück mit Leidenschaft. Mit seinen 88 Jahren ist er der älteste Sänger der Kantorei Icker. Schon im Alter von 15 Jahren hat er mir dem Singen im Kirchenchor begonnen.

Josef Wulftange ist in Icker aufgewachsen und wohnt bis heute dort. Zum Chor kam er während des Zweiten Weltkriegs. „Die Männer waren eingezogen“, erklärt er. Nur die Älteren waren noch im Chor, sangen aber vor allem den Bass. Es fehlten Tenöre. „Deshalb wurde ich gefragt, ob ich nicht mitsingen möchte.“ Josef Wulftange hatte Lust und ist seitdem ein begeisterter Sänger. Die Freude am Singen ist ihm anzumerken, wenn er über den Chor, das neue Musical und die Gemeinschaft spricht.

Seit seinem 15. Lebensjahr singt Josef Wulftange im Chor in Icker. Allerdings gab es Pausen, in denen es nämlich keinen Chor gab. Momentan wird in der Kantorei für das neue Musical geprobt und auch da macht der 88-Jährige mit – als ältester Sänger. Seine Frau Elisabeth ist ebenfalls Mitglied im Chor. Sie ist die älteste Sängerin. Der Chor führte die beiden „mehr oder weniger“ zusammen, so Wulftange. „Wir kannten uns aber auch aus der Schule“, erzählt er. Seine Frau ging damals etwa zwei Kilometer zu Fuß zur Probe, er sei mit dem Fahrrad gefahren.

„Man muss einfach üben“

Josef Wulftange schätzt vor allem die Gemeinschaft des Chores. Jede Woche treffe man sich, um an den Liedern zu feilen. „Man muss einfach üben“, betont er. Bei Ausflügen werde der Zusammenhalt dann weiter vertieft, erzählt der 88-Jährige, während er durch sein Fotoalbum blättert und sich erinnert: „Auch das Leben des Chores hat sich mit der Zeit ein bisschen verändert.“ Ein Beispiel: Früher hätten die Älteren das Sagen gehabt, heute würden Entscheidungen gemeinsam getroffen. Das findet er gut.

Das Singen im Chor hält auch geistig fit, davon ist der 88-Jährige überzeugt. Denn immer wieder erarbeitet der Chor neue Lieder. So lange er es kann, will Wulftange auch aus diesem Grund im Chor bleiben.

Viele Jahre lang Tenorhorn gespielt

Musik liegt Josef Wulftange aber offensichtlich im Blut. Denn er singt nicht nur. Viele Jahre hat er Tenorhorn in der Blaskapelle Bissendorf-Holte gespielt. Vor zwei Jahren musste er damit aufhören. „Die Luft reichte dafür nicht mehr aus.“ Für das Singen hingegen, hat er noch genug Luft.

Ein Lieblingslied hat der 88-Jährige nicht. Kirchenlieder dingt er genauso gerne wie moderne Stücke. „Wir haben unseren Professor“, sagt er – mit ein bisschen Stolz in der Stimme. Er meint Chorleiter Michael Schmoll, der viele Lieder für die Kantorei Icker komponiert, beispielsweise für das Musical, das im März aufgeführt wird. Und natürlich: Josef Wulftange ist auch dabei.

So gerne Josef Wulftange auch singt, er findet auch genügend Zeit für andere Dinge: Bei schlechtem Wetter verschwindet er häufig in seinem Keller. Dort gestaltet er aus Holz verschiedene Skulpturen, die überall in seiner Wohnung zu bestaunen sind.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN