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Turnier am Wochenende Wie eine Belmer Familie Islandpferde schätzen lernte

Von Claudia Sarrazin | 19.06.2019, 12:39 Uhr

Die Holststraße in Belm zieht am Wochenende wieder Liebhaber von Islandpferden an: Denn am Donnerstag, 20. Juni, startet das Doppelturnier: Ipol Power Tage mit den Weser-Ems-Meisterschaften. Außerdem feiert der ausrichtende Verein in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen. Johannes Rahe erinnert sich an die Anfänge.

Wenn die Ipol Power Tage in Belm anstehen, richten sich die am Turnier teilnehmenden Reiter und ihre Islandpferde häuslich auf den Campingwiesen an der Holststraße ein. Doch Belm-Powe ist nicht nur zur Turnierzeit eine kleine Hochburg für Islandpferde: Der Hof Rahe und der Verein Ipol ziehen Freunde von Islandpferden an.

Wie alles begann

In den 1970 er Jahren half Johannes Rahe seinen Freund Egon Jonczyk dabei, dessen erstes Islandpferd mit dem Hänger nach Hause zu transportieren. „Er hatte es bei Dr. Rüschemeyer gekauft, der hat damals so eine Aktion gestartet: Rettet die Islandpferde“, erklärte Rahe und antwortet auf die Frage, wovor die Tiere gerettet werden sollte, trocken: „Vor dem Schlachthof.“

Sein erstes eigenes Islandpferd kaufte Rahe selbst von einem anderen Belmer: Ralf Meyer zu Belm. Die Stute hieß Gjosta. Rahes Töchter Marianne, Ursula und Jutta waren mit einer der Gründe für den Kauf: Sie wollten gerne reiten. Es folgte ein zweites Islandpferd namens Ganti. „Wir mussten uns die Pferde teilen“, erinnerte sich Jutta Rahe.

Kühe und Pferde teilen Stall und Futter

Johannes Rahe, der seit seinem vierten Lebensjahr „Buschreiter“ war, startete bald mit einem Zuchthengst direkt eine eigene Zucht. An den Islandpferden gefällt ihm, dass die „ganze Haltung“ unkomplizierter ist als bei „großen Pferden“ Und seine Tochter ergänzt: „Die fraßen bei den Kühnen mit und standen auch dort. Sonst hätten wir extra Ställe bauen müssen.“

Kinderfreundliche Lastentiere

Weitere Vorteile von Islandpferden sind für die beiden die Größe und der Charakter der Tiere. „Islandpferde sind total verlässliche, ausgeglichen und familienfreundlich, aber auch eigenständig“, so Jutta Rahe. Außerdem könnten die kleinen Pferde sowohl von Kindern als auch Erwachsenen geritten werden: Einerseits sind Islandpferde vom Ursprung her Lastenträger und somit für Erwachsene geeignet. Andererseits sind sie für Kinder nicht zu hoch.Vereinsgründung folgt 1979In Belm breiteten sich die Islandpferde wie im Schneeballsystem aus, erinnerten sich Rahes, die meist um die 35 Pensionspferde auf dem Hof haben. Und dann gab es da noch so ein kleines Dreieck Land, das für die Landwirtschaft nicht so geeignet war. Zum Reiten jedoch war es perfekt, also wurde ein kleiner Bereich eingezäunt. Dort konnten Islandpferde ungestört geritten werden. „Daraus entwickelte sich letztendlich der Verein“, erinnerte sich Rahe: „Erst haben die Leute reiten gelernt, dann den Ipol gegründet.“ Das war 1979. In diesem Jahr feiert der Verein daher sein 40-jähriges Bestehen und zählt rund 330 Mitglieder im Alter von sechs und 86 Jahren.

Drei Generationen Islandpferd-Reiter

Natürlich sind auch Rahes erwachsene Enkel mit begeisterte Islandpferd-Reiter und Vereinsmitglieder. Und alle drei Generationen sind sich einig: Der Tölt ist das Beste an Islandpferden. Das ist eine vererbte Spezialgangart von Islandpferden im Vierteltakt, die vom Tempo her zwischen Schritt und Galopp variiert.

Das bietet das Turnier am Wochenende

Ab Donnerstag treten 350 Islandpferde mit ihren Reitern bei den Ipol Power Tagen und den Weser-Ems-Meisterschaften an. Und Ipol-Pressewartin Andrea Merfeld verrät: Dieses Jahr sind ziemlich hochkarätige Turnierreiter mit dabei, die sich auch für die WM qualifizieren.“ Doch auch für Nicht-Reiter hat Mersfeld Programmtipps: „Am Freitag öffnet um 20 Uhr die Cocktailbar. Um 21 Uhr beginnt der Akustiktölt.“ Dabei werden den Richtern die Augen verbunden. Die Pferde laufen über eine Holzbrücke, die ihren Schrittklang verstärkt. Und die Juroren entscheiden nach Gehör über die Sauberkeit des Viertakts. Und am Samstagabend beginnt um 21 Uhr ein Mannschaftsspiel, bei der auch nichtreitende Familienmitglieder und Freunde teilnehmen können. Außerdem gibt es auf der Reitanlage Essen und Getränke zu familienfreundlichen Preisen. Eintritt und Parken sind kostenlos.

Weitere Informationen unter www.ipol-ev.de.

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