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Weinfest im Heilbad Persönliches Gläserklingen in Bad Rothenfelde

Von Achim Köpp | 29.07.2013, 07:55 Uhr

Auf einen guten Tropfen legen die Bad Rothenfelder bereits seit zwei Jahrhunderten großen Wert. War es zuerst die gesunde Sole, welche dem späteren Heilbad zu großem Bekanntheitsgrad verhalf, ist es seit zwölf Jahren auch der Rebensaft, der dem Ort Zulauf verschafft. So auch jetzt wieder mit dem dreitägigen Weinfest „Reblaus“, das gestern zu Ende ging.

Ohne eigene Weingärten zu haben, hat sich der Ort durch das Weinfest in Fachkreisen einen Namen gemacht, der jährlich Ende Juli mit den teilnehmenden Winzern in die deutschen Weinregionen transportiert wird. Dabei hebt sich das Heilbad von so manchem Weinfest ab: Stimmungsvoller als im Konzertgarten mit der historischen Konzertmuschel unter dem alten Baumbestand und der atmosphärischen Beleuchtung in den Abendstunden kann es nirgendwo sein, wenn die Gläser klingen und dazu noch Musik ertönt. Beim Heurigen in Wien-Grinzing mag es sicher internationaler zugehen – doch in Bad Rothenfelde feiert man persönlicher und intimer, wie eben unter Freunden und Bekannten.

So sprach Bürgermeister Klaus Rehkämper, während er die teilnehmenden Winzer vorstellte, von Lebens- und Sinnesfreude, Genuss und Lebensart, die mit dem Wein verbunden werden. „Wein ist – rein wissenschaftlich gesehen – ein alkoholisches Getränk, das aus dem vergorenen Saft von Weinbeeren hergestellt wird“, rief er. Nur wenige Sekunden später fügte er hinzu: „Eine eher nüchterne Aussage für eine der genussvollsten Nebensache der Welt!“

Nach dieser unwidersprochenen Aussage genossen die Besucher bei hochsommerlichen Temperaturen die Gewächse der Winzer aus den verschiedensten Weinregionen Deutschlands. Heinz Tepe als örtlicher Organisator und Weinhändler ergänzte diese durch internationale Weine. Neben den flüssigen Köstlichkeiten fanden die Gäste auch Flammkuchen, Käse und Leckeres vom Grill zur kulinarischen Begleitung.

Für das Winzerehepaar Elke und Ralf Decker aus Dorsheim/Nahe gehört die Teilnahme mit einem Stand in Bad Rothenfelde seit zwölf Jahren zu einer angenehmen Pflicht. „Das ist schon etwas Besonderes hier“, berichten beide. „Der kleine, familiäre Rahmen in dem wunderschönen Ambiente des Kurparks ist so nicht oft zu finden. Und, wenn auch jetzt keine Weinprinzessin oder -königin dem Fest ihren adeligen Stempel aufdrücken konnte, so hoffen wir, dass es im nächsten Jahr wieder der Fall sein wird!“