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Tourismusausschuss Soll Bad Rothenfelde fahrradfreundliche Kommune werden?

Von Andrea Pärschke, Andrea Pärschke | 13.09.2017, 17:30 Uhr

Was muss Bad Rothenfelde tun, um fahrradfreundliche Kommune zu werden? Holger Kloth erklärt im Tourismusausschuss, was notwendig ist, um die Zertifizierung zu erhalten. Das stößt nicht nur auf Zustimmung: Vor allem die Kostenfrage kann nicht geklärt werden.

„Das fiese ist: Bad Rothenfelde ist nicht so groß“, sagt Holger Kloth, Berater zur Zertifizierung der Gemeinde als fahrradfreundliche Kommune. Fies deshalb, weil sich der Kurort „fahrradunfreundliche“ Stellen nicht so leicht verstecken kann, wie größere Regionen und Städte. Und doch: Chancen räumt der Experte dem Kurort bei der zweiten Bewerbung um das Zertifikat allemal ein. Denn mittlerweile habe sich die Hannoveraner Kommission darauf verständigt, das kleine Bewerberkommunen nicht mit dem gleichen Maß gemessen werden können, wie Große.

Orientierungslosigkeit auf der Salinenstraße

Als eine der größten Baustellen bezeichnet Holger Kloth die Salinenstraße. Vor allem, wenn Radfahrer aus dem Kurpark auf die Straße fahren, sei bei vielen zunächst einmal Orientierungslosigkeit angesagt. Schilder könnten diese Situation verbessern. Zudem ist die Straße schmal. Verkehrsteilnehmer seien sich gegenseitig im Weg. Sonntags stünden vor der Eisdiele so viele Räder, das Fußgänger – und erst recht Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen wie Ratsvorsitzender Edmund Tesch sagt – nicht mehr problemlos durchkämen. Holger Kloth schlägt daher vor, die Salinenstraße streckenweise zu sanieren – ähnlich wie die Frankfurter Straße.

E-Bike Ladestationen in Cafés

Wichtig sind Parkmöglichkeiten für Fahrräder 140 bis 160 Stellplätze bräuchte die Gemeinde zusätzlich. Zudem schlägt der Fachmann weitere Maßnahmen vor: So wäre ein Lastenfahrrad sinnvoll, Auslieferer für Apotheken etwa könnten kurze Wege mit dem Rad zurücklegen. Er regt außerdem an, dass Cafés und Restaurant E-Bike Ladestationen einrichten. Einen Aufkleber im Außenbereich, eine Steckdose. Mehr brauche es nicht. Auch touristisch und im Rahmen des Klimaschutzes sollte die Gemeinde Aktionen zum Thema fahrradfreundliche Kommune machen. Wichtig sei zudem möglichst viele Bad Rothenfelder für das Stadtradeln zu gewinnen.

Der Wille zählt

Die Bewerbung zur nächsten Zertifizierungsrunde müsste bis Ende Januar stehen. Ein ehrgeiziges Ziel. Bis dahin müssen jedoch nicht alle Maßnahmen abgeschlossen sein, wohl aber angefasst: „Der eigentliche Umbau der Straße zum Beispiel muss nicht fertig sein, bevor die Kommission in der ersten Jahreshälfte kommt“. Es müssten Ratsentschlüsse vorliegen, die Bad Rothenfeldes Wille zeigen, die fahrradunfreundlichen Seiten zu beheben.

Verhältnis von Kosten und Nutzen?

„Am Ende ist es ein Gewinn für Bad Rothenfelde“, ist sich auch Susanne Pohlmann (CDU) sicher. Das Zertifikat würde eventuell auch neue Besucher in den Kurort locken. „Ich habe meinen Urlaubsort noch nie danach ausgewählt, ob ein Ort als fahrradfreundliche Kommune zertifiziert wurde“, hält Leslie Kell (SPD) dagegen. Sie hielte es für sinnvoll, nicht hopplahopp eine Entscheidung zu treffen. Edmund Tesch (CDU) würde es dennoch „begrüßen“ weiter am Ball zu bleiben: „Entscheidender noch als das Zertifikat ist, das wir an dem Thema arbeiten“. Onat Temme (SPD) stellt außerdem die Frage, in welchen Verhältnis Kosten und Nutzen stehen. Besonders da schon bei der letzten Bewerbungsrunde viel für die Zertifizierung ausgegeben worden sei. „Wie viel Geld ist geflossen, seit wir mit dem Prozess begonnen haben?“ fragt sie und bekommt darauf keine konkrete Antwort.

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