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Neuer Schwenk für Radtouristen Rothenfelder Nadelöhr? Radler werden umgelenkt

Von Anne Spielmeyer | 28.07.2014, 17:32 Uhr

Der Ortskern von Bad Rothenfelde ist zum Nadelöhr geworden, sagt die Kurverwaltung. Radtouristen sollen deshalb künftig nicht mehr direkt durchs Zentrum geleitet werden. Nur eines von vielen Updates für die touristischen Radwege, die derzeit im ganzen Südkreis im Rahmen des „Masterplans Rad 2015“ beackert werden. Wird bald auf Vier-Sterne-Niveau geradelt?

Vier Radrouten führen von der Osnabrücker Straße durch den Ortskern von Bad Rothenfelde in Richtung Bahnhof – die Grenzgängerroute, die Teuto-SenneBahnRadRoute, die Sole-Kneipp-Route und die Route TerraTrail Nr. 15. Das solle jetzt anders werden, denn die Ortsmitte sei für alle Verkehrsteilnehmer sehr eng geworden, sagt Sabine Leclercq-Schulte von der Kurverwaltung und stützt sich dabei auf eine Untersuchung des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), der die Grenzgängerroute unter Aspekten wie Verkehrssicherheit, Wegführung oder Oberfläche unter die Lupe genommen hat. Zum einen nutzen viele Radtouristen die Salinenstraße, zum anderen fährt auch der Linienbus 475 zwischen Hilter und Bad Rothenfelde durch den Ortskern.

Eine Unfallhäufung – insbesondere mit Beteiligung von Radfahrern – können die Polizeistationen Dissen und Bad Rothenfelde aber nicht feststellen. Der Tourismusverband Osnabrücker Land hat sich trotzdem gemeinsam mit dem Naturpark Terra-Vita, der Kurverwaltung und dem Planungsbüro in Bad Rothenfelde darauf geeinigt, die ADFC-Ergebnisse ernst zu nehmen und den Verlauf der Radrouten zu ändern. Die Radfahrer aus Richtung Hilter sollen ab dem Kreisel (siehe Grafik) umgelenkt werden. Touristen, die durch den Ort bummeln wollen, sollen ihr Fahrrad am Eingang zur Salinenstraße abstellen und von dort aus ins Zentrum laufen. „Die touristische Qualität der Route wird nicht unter der neuen Wegführung leiden“, verspricht Leclercq-Schulte.

Neue Karten und Schilder

Mit der Route ändert sich jedoch das Material: Momentan werden Schilder neu ausgerichtet und die Karten überarbeitet. „Wenn die Grenzgängerroute verbessert ist, ist der vierte Stern des ADFC in Sichtweite“, erklärt Leclercq-Schulte eine Motivation hinter der Optimierung. Noch stecke die Radroute mitten im Zertifizierungsprozess, betonte Heike Albers vom Tourismusverband Osnabrücker Land. Der ADFC verteilt bundesweit Sterne für die Qualität von Radwegen. Fünf Sterne sind das beste Ergebnis, das eine Radstrecke erreichen kann – und ein sehr seltenes.

Nur zwei Strecken in Deutschland haben diese Auszeichnung laut ADFC bisher erhalten: der Main-Radweg und der Taubertal-Radweg.