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Freunde des Rosengartens aktiv Bad Rothenfelder „Rosenzeit“ am Wochenende

Von Werner Barthel | 01.07.2014, 16:36 Uhr

Hochbetrieb im Rudi-Wernemann-Rosengarten: Rund 30 ehrenamtliche Helfer haben sich in den Beeten verteilt, um ihrem Hobby, der Rosenpflege, nachzugehen. Sie sind mit Feuereifer dabei. Gilt es doch, letzte Hand anzulegen vor der „Rosenzeit“ am 5. und 6. Juli.

Dabei ist es längst keine Extraschicht, die die ehrenamtlichen Helfer einlegen. „Wir sind jeden Dienstag vor Ort, um nach dem Rechten zu sehen“, sagte Michael Wernemann. Die Funktion des Vorsitzenden des Vereins „Freunde des Rosengartens“ hat er quasi von seinem Vater, dem langjährigen Bürgermeister des Kurortes, geerbt. „Der hatte sich einst über die brachliegende Fläche geärgert, hier gab es nichts außer einem Bolzplatz und jeder Menge Unkraut.“

Vor knapp 15 Jahren schritt Rudi Wernemann zur Tat: Er rief zu Spenden auf, um das Stück am Fuße des Neuen Gradierwerkes mit einem Rosenbeet zu verschönen. Das Echo in der Bevölkerung hat ihn seinerzeit ebenso überrascht wie erfreut. „Gut 250000 D-Mark kamen zusammen, davon wurde im Jahr 2000 unter anderem das erste Rosenbeet angelegt“, wusste Sohn Wernemann zu berichten. Im Laufe der Jahre kamen 195 verschiedene Sorten Rosen hinzu. Heute sind es 7500 Edelrosen wie die „Mondial“, Bodendeckerrosen wie die „Red Meidiland“, Rosenstöcke wie die „Kronprinzessin Mary“ oder die „Märchenrose Gebrüder Grimm“.

Der „Vater“ des Rosengartens, nach dem dieser im vergangenen Jahr in „Rudi-Wernemann-Rosengarten“ umgetauft wurde, wollte nur ein Zeichen setzen, nicht ahnend, dass er damit eine wahre Aufbruchstimmung initiieren würde, die zur heutigen Blütenpracht führen sollte.

Gleichzeitig nahm sich Rudi Wernemann auch des nächsten Problems an: Da sich die Angestellten des Bauhofes bald mit Pflege und Instandhaltung überfordert sahen, rief er seine Mitbürger zur Hilfe auf. Der Verein „Freunde des Rosengartens“ wurde gegründet. Ihm gehören inzwischen 350 Mitglieder an. Fortan trafen und treffen sich einige von ihnen regelmäßig dienstags, um Unkraut zu jäten, den Boden zu lockern oder verblühte Knospen abzuschneiden. Von ihren Mitgliedsbeiträgen und den Spenden, „die immer wieder reikommen“, wird die 2000 Quadratmeter große Fläche gepflegt und von Zeit zu Zeit ein bisschen ausgedehnt.

Heinrich Geise, „Chefgärtner“ des Vereins, verbringt fast jeden Tag einige Stunden im Rosengarten. „Meine ganze Liebe gehört den Rosen“, sagte der 77-Jährige, „oft werde ich angesprochen von Einheimischen und Kurgästen, die Tipps zur richtigen Rosenpflege haben wollen. Nicht selten werde ich auch um eine Führung gebeten.“

Die letzte große Aktion der Rosenfreunde liegt übrigens noch nicht lange zurück. Schon lange hatte man sich Sorgen um einige empfindliche Sorten gemacht. Da ihnen fehlende Feuchtigkeit lediglich ein Kümmerdasein gestattete, gingen die Rosenfreunde dazu über, eine Bewässerungsanlage zu verlegen.

Unter Anleitung des Vereinsmitglieds Harald Hauser wurden Haupt- und Nebenleitungen 40 Zentimeter tief im Erdreich verlegt. Von ihnen zweigen Drainagerohre ab, sodass nach und nach alle Beete mit ausreichend Wasser versorgt werden konnten. „So einer Rose wie die ‚Fellowship’ hat diese Maßnahme das Überleben gesichert“, meinte Harald Hauser, „vorher hatten wir schon überlegt, ob wir sie nicht entfernen müssen“.

So engagiert die Rosenfreunde aus Bad Rothenfelde – und Umgebung, denn längst kommen Mitglieder auch aus Nachbarkommunen – ihrem gemeinsamen Hobby nachgehen, so sehr treibt sie inzwischen eine Sorge um. „Ich bin jetzt 77“, sagte Heinrich Geise, „und die meisten Vereinsmitglieder sind in meinem Alter, da muss man sich schon Gedanken um die Zukunft machen.“ Nicht so sehr an Helfern mangelt es, sondern an jungen Nachwuchskräften, die das Gärtnerhandwerk gelernt haben.

Aber zunächst einmal gilt das Augenmerk aller der „Rosenzeit“ am 5. und 6. Juli. Alle Besucher sind zum Bummel durch die Rosenlandschaft eingeladen. Wer etwas mehr erfahren mag, kann sich auch einer Führung durch die Rosenfreunde anschließen. Verweilen können Bad Rothenfeldes Gäste dann bei verschiedenen Ausstellungen. Die einen bieten Schönes und Nützliches rund um den Garten an, die anderen locken mit Wohnaccessoires, Mode und Schmuck. Für Kurzweil sorgen Künstler, Chöre und Musikgruppen.