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Ehrenamtlich am Ball bleiben Beckwermert trainiert Fußball-Jugend in Rothenfelde

09.07.2014, 21:12 Uhr

„Fußball ist ein sehr emotionaler Sport“, weiß Matthias Beckwermert aus „Alle Spektren des Lebens konzentrieren sich im kleinen Raum des Fußballs.“ Der Buchhändler ist selbst leidenschaftlicher Kicker, hat in seiner Jugend zehn Jahre lang Fußball im Verein gespielt und trainiert nun seit dreieinhalb Jahren ehrenamtlich eine Junioren-Mannschaft beim Sportverein

Als bei Paul (9) das Fußballfieber erwachte und er mit sechs Jahren bei den Mini-Kickern einstieg, begleitete ihn Papa Matthias Beckwermert oft zum Training. Wie einige andere Eltern der kleinen Fußballer unterstützte er bei Aufwärmspielen und beim Torwarttraining. „Irgendwann ist man dann so mit reingerutscht“, erinnert sich Matthias Beckwermert, der nun zusammen mit René Grolle die JSG Bad Rothenfelde/Dissen trainiert. Dabei verfolgt er nicht nur die Fußball-Fortschritte von Paul, sondern natürlich auch die Entwicklung der gesamten Mannschaft. Um auch zukünftig mit dem Team mitgehen zu können, planen Beckwermert und Grolle, bald den offiziellen Trainerschein zu absolvieren. Damit können sie dann auch Jugendliche trainieren, denn die Spieler ihrer Mannschaft gehen inzwischen auf die zehn Jahre zu. Bei den Mini-Kickern sei das Training noch sehr spielerisch, ab acht Jahren kristallisiere sich so langsam das fußballerische Werkzeug der Kinder heraus. „Der Teamgeist erwacht, aber gleichzeitig auch das Gefühl des Gegeneinanderspielens“, berichten die ehrenamtlichen Trainer. Eine Herausforderung sei es dann, so zu kanalisieren, dass es keine Außenseiter gebe, dass das Team im Zusammenhalt gestärkt werde, dass ein Wir-Gefühl entstehe. „Beim Mannschaftssport wird bei den Kindern soziales Verhalten gefördert“, so Matthias Beckwermert. Sie befänden sich in der Mannschaftsstruktur inmitten vieler emotionaler Wechselwirkungen. Doch auch wenn ein Spieler mal zurückstecken müsse oder Streit mit einem Teamkollegen habe, müsse er innerhalb der Mannschaft zusammenhalten. Aus diesen emotional geladenen Verbindungen im Vereinsleben habe er auch selber schon viel lernen können, sagt der Fußballtrainer, der bei Punktspielen und Turnieren stets völlig fokussiert ist auf das Feld-Geschehen. „Nur wenn man dabei als Trainer tief in den Spielrhythmus einsteigt, kann man den Kindern vom Rand aus Orientierung und Struktur geben“, meint Beckwermert.

Derzeit beobachtet er bei seinem Junioren-Team noch mal mehr Elan. Die Fußball-Weltmeisterschaft animiere die jungen Kicker. Bei so viel Einsatz muss zwischendurch mal entspannt werden. „Wir haben zu Hause keinen Fernseher“, berichtet Matthias Beckwermert. Paul und er gucken deswegen immer in großer Runde beim Neffen im Garten, der dort einen Beamer aufgestellt hat. Wenn das deutsche Team dabei nicht die Führung innehat, kann aus Ent- auch schnell mal Anspannung werden. Als Weltmeister sahen Paul und sein Vater aber ganz klar Brasilien – bis Dienstag.