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Denkmalschutz redet mit beim Bad Pläne für Kurmittelhaus: Abriss bisher nicht genehmigt

Von Stefanie Adomeit | 20.05.2016, 17:28 Uhr

Darf der Kurmittelhaus-Trakt abgerissen werden, der Turnhalle und Therapiebad beherbergt, um Platz für eine Erweiterung der Klinik im Kurpark zu schaffen? Die Gemeinde meint: Ja, klar. Der Denkmalschutz sieht das Ganze etwas differenzierter.

In der Einwohnerversammlung zu den Plänen von Investor Jens Hasselmann hatte sein Architekt Thorsten Krogmann von Gesprächen mit der Gemeinde berichtet: Nachdem der Denkmalschutz einen Klinikanbau an der Rückseite des Kurmittelhauses abgelehnt hatte, habe die Gemeinde der Klinik vorgeschlagen, sich mit dem Neubau in Richtung Westflügel zu wenden.

Das Gebäude aus den 70er Jahren mitsamt der Turnhalle und dem Therapiebad könne abgerissen werden. Gymnastikhalle und Solebewegungsbad seien ohnehin in die Jahre gekommen.

Klingt nach einer klaren Sache - die so klar doch nicht ist: Denn der Abriss des parallel zur Frankfurter Straße verlaufenden Gebäudeteils mit Gymnastikhalle und Bad ist nach Angaben der Unteren Denkmalschutzbehörde des Landkreises Osnabrück nicht ohne Weiteres möglich.

Keine Pläne gesehen

Auf eine Anfrage unserer Redaktion zu dem geplanten Abriss erklärte die Behörde: „Der Rückbau ist denkmalschutzrechtlich genehmigungspflichtig. Ein Antrag mit konkreten Plänen wurde noch nicht gestellt.“ Es habe lediglich Vor- bzw. Beratungsgespräche gegeben.

Ohne konkrete Pläne wird sich die Denkmalschutzbehörde nicht positionieren. Und ohne Abrissgenehmigung könnte das ganze Kartenhaus der Klinik-Pläne in sich zusammenfallen. Denn dort, wo jetzt Bad und Turnhalle sind, soll ein neuer Trakt der Klinik entstehen, die sich von der Frankfurter Straße bis ans Kurmittelhaus zieht. Bad und Turnhalle sollen dann, so die Pläne von Hasselmann, vor der Rückfront des Kurmittelhauses unter die Erde verlegt werden.