Lichtkunst auf Gradierwerken Projektionsbiennale „Lichtsicht 6“ in Bad Rothenfelde eröffnet

Meine Nachrichten

Um das Thema Bad Rothenfelde Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Bad Rothenfelde. Bis zum 28. Januar leuchten die Rothenfelder Salinen jetzt jeden Abend: Am Freitag wurde die Projektionsbiennale „Lichtsicht 6“ offiziell eröffnet. Beim zehnjährigen Jubiläum könnte es die letzte Ausstellung dieser Art sein.

„Klarer Himmel, 55 Beamer in Betrieb“: Das Display gibt Auskunft über den aktuellen Stand der Lichtsicht 6. Die Bespielung von über einem Kilometer Projektionsfläche aus Schwarzdornreisig wird hier koordiniert. Mit dem gemeinsamen Druck auf den großen roten Knopf hatten Bürgermeister Klaus Rehkämper, Landrat Michael Lübbersmann, Marion Carey-Yard von der Lichtsicht GmbH und Kurator Manfred Schneckenburger am Freitagabend Beamer und Rechner gestartet.

Sie werden in den kommenden vier Monaten Bilder international renommierter Künstler auf das Gradierwerk werfen. Dazu gehören in diesem Jahr Werke von William Kentridge, Sigalit Landau oder der kürzlich verstorbenen Rosalie. Einen ersten Blick auf die Werke bekamen die Kurpark-Besucher am Freitagabend noch bei milden Temperaturen und unter dem jazzigen Klang der Band Fine and Mellow. Einige kauften am Info-Container bereits Tickets für Lichtsicht-Führungen.

Finanzierung auf mehrere Schultern verteilen

Von der Strahlkraft der Lichtsicht über die Region Osnabrück hinaus sprach alsbald Bürgermeister Rehkämper. In seiner Begrüßung betonte er sein Bedauern, dass dies die letzte Projektionsbiennale sein könnte. Der Hauptsponsor, die Fleischveredeler Heristo, will aus der Förderung aussteigen. „Wir müssen die Finanzierung der Lichtsicht auf breitere Schultern verteilen, dann könnte sie auch in Zukunft existieren“, erklärte Rehkämper. Landrat Lübbersmann hob die Einzigartigkeit der Veranstaltung hervor: „Diese Projektionen sind nur hier so möglich.“ Er bezeichnete den Unternehmer Heinrich W. Risken, der die Idee zu der Projektionsbiennale hatte, als „Spiritus Rektor“ der Lichtsicht. Nachdem Marion Carey-Yard, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Lichtsicht GmbH, die Zuhörer mit den Fakten der Veranstaltung vertraut gemacht hatte, erklärte Kurator Schneckenburger die Hintergründe zu den einzelnen Arbeiten aus künstlerischer Perspektive. Er hob hervor, dass es sich um ein „Best Of“-Programm handelt – mit den besten Beiträgen aus den vergangenen zehn Jahren.

Hommage an Michaelangelo

Leider wandert der „Fingerzeig Gottes“ nicht mehr durch den Kurpark. Bei der Eröffnung der ersten Lichtsicht 2007 hatte die überdimensionale, weiß leuchtende Hand mit dem ausgestreckten Zeigefinger unablässig ihre Runden über Bäume, Gradierwerk und Hausfassaden gemacht. Die Installation erinnerte an Michelangelo, der an der Decke der Sixtinischen Kapelle in Rom die Szene malte, in der Gott seine Schöpfung Adam mit einem Fingerzeig zum Leben erweckt. Jetzt huscht der Leuchtfinger durch die tropfende Kulisse des Inhalationsganges im Inneren des Neuen Gradierwerks.


Lichtsicht 6, Projektionsbiennale in Bad Rothenfelde. Bis 28. Januar, täglich bei Einbruch der Dunkelheit. Infos unter www.lichtsicht-biennale.de

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN