Wege aus der Pflegekrise Anja Piel im Gespräch mit Pflegeheimen

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Zu einem konstruktiven Gespräch begrüßte Jochen Schlüter in seinem Pflegeheim initiatorin Anna Kebschul und Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag  (von links). Foto: Petra RopersZu einem konstruktiven Gespräch begrüßte Jochen Schlüter in seinem Pflegeheim initiatorin Anna Kebschul und Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag  (von links). Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Das Schlagwort geistert mal leise, mal lauter durch viele Diskussionen. Für die Betreiber privater Alten- und Pflegeheime im Südkreis steht fest: Der sogenannte Pflegenotstand ist fast schon da. Was kann, was muss die Politik tun? Dieser Frage ging jetzt Anja Piel, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Landtag, in Bad Rothenfelde nach.

Im Haus Schlüter traf sie sich auf Einladung von Landtagskandidatin Anna Kebschull, Kreistagsabgeordnete und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Gemeinderat, mit Verantwortlichen verschiedener Pflegeeinrichtungen. „Das Thema Pflege geht uns alle an. Das ist eine gesamtgesellschaftliche und damit auch eine politische Aufgabe“, begründete Anna Kebschull ihre Initiative.

Fachkräfte fehlen

In einem sehr offenen und konstruktiven Gespräch warf Anja Piel deshalb einen Blick auf die tägliche Arbeit vor Ort. Und die ist vor allem geprägt durch eine äußerst angespannte Personalsituation. Es fehlt an Fachkräften, und die Zahl der Auszubildenden reicht für die Zukunft bei weitem nicht aus. Die Abschaffung der Schulgebühren sei ein wichtiger Schritt gewesen, stellte Anja Piel fest. Die Wende bringt er noch nicht. Denn das Berufsbild leidet unter einem Imageproblem. Die Generalisierung der Ausbildung sollte sich darauf positiv auswirken, erklärte Anja Piel.

Forderungskatalog

Die Fachleute blicken jedoch kritisch auf die Neuerung. Sie befürchten, dass die Generalisierung den Ausbildungszahlen in der Pflege eher abträglich ist. Gleiche Gehälter für Pflegende in Altenheim und Krankenhaus, eine Anpassung an die höheren Gehälter in NRW, um Abwanderungen zu vermeiden, die Gleichbehandlung von privaten Trägern und Wohlfahrtsverbänden, Beibehaltung der Teilzeit und Einwanderungsgesetze mit niedrigschwelligerer Anerkennung: Eine ganze Liste von Forderungen gaben die Fachleute Anja Piel mit auf den Weg nach Hannover. Mehr aus Bad Rothenfelde

Für Anna Kebschull steht unterdessen fest: Politik allein kann nicht alles lösen. „Wir brauchen eine andere Grundeinstellung. Und daran müssen wir alle arbeiten.“


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