Allrounder des Gastgewerbes Ein starkes Duo: Hotelkauffrau und Hotelfachmann

Sorgen dafür, dass die Gäste im Hotel zur Post sich rundum wohlfühlen: der zukünftige Hotelfachmann Angesom Tekle und die angehende Hotelkauffrau Joana Kinas. Foto: Danica PieperSorgen dafür, dass die Gäste im Hotel zur Post sich rundum wohlfühlen: der zukünftige Hotelfachmann Angesom Tekle und die angehende Hotelkauffrau Joana Kinas. Foto: Danica Pieper

Bad Rothenfelde. Für kaum eine Branche ist es derzeit so schwer, Nachwuchskräfte zu finden wie für das Gastgewerbe. Joana Kinas und Angesom Tekle hingegen könnten sich nichts Schöneres vorstellen, als im Hotel zu arbeiten. Im Bad Rothenfelder Hotel zur Post absolvieren sie derzeit ihre Ausbildung zur Hotelkauffrau und zum Hotelfachmann – vielfältige Berufe, die immer nah am Menschen sind.

Hotelkauffrau? Hotelfachmann? Für Außenstehende ist es nicht immer leicht zu erkennen, worin sich die beiden Berufe unterscheiden. Erschwerend kommt hinzu, dass es zwischen ihnen beiden große Überschneidungen gibt. So sind Hotelkaufleute und Hotelfachleute beide regelrechte Alleskönner, was das Gastgewerbe betrifft: Zimmer herrichten, Gäste ein- und auschecken sowie Essen und Getränke servieren sind nur einige Tätigkeiten, die sie während der Ausbildung lernen. Der große Unterschied ist, dass Hotelkaufleute sich vermehrt administrativen Arbeiten widmen und sich unter anderem um die Buchhaltung und das Marketing kümmern, während Hotelfachleute eher im Service anzutreffen sind.

Kontakt zum Gast

Das Hotel zur Post in Bad Rothenfelde bildet im Gegensatz zu vielen anderen kleinen Hotels sowohl Hotelkauf- als auch Hotelfachleute aus, sowie im hoteleigenen Restaurant Köche und Restaurantfachleute. Joana Kinas hat gerade ihr drittes Ausbildungsjahr zur Hotelkauffrau begonnen. Zuvor hat sie bereits als Kellnerin gearbeitet: „Der Kontakt zum Gast hat mir schon immer sehr viel Spaß gemacht“, berichtet die 21-Jährige. Auf dem Wirtschaftsgymnasium hat sie kaufmännische Tätigkeiten kennengelernt, sodass sie sich nach dem Abitur entschied, Hotelkauffrau zu werden: „Das ist perfekt, weil ich beides verbinden konnte.“

Während Joana Kinas zurzeit hauptsächlich an der Rezeption arbeitet und Rechnungen erstellt, ist Angesom Tekle damit beschäftigt, die Gäste des Hotels mit Speisen und Getränken zu versorgen. Vor drei Jahren kam er als Flüchtling aus Eritrea nach Deutschland, seit eineinhalb Jahren nun absolviert er im Hotel zur Post seine Ausbildung zum Hotelfachmann. „Ich arbeite gerne mit Menschen“, erklärt er seine Motivation. Auch die Vielseitigkeit des Berufs schätzt er: „Ich bin in allen Bereichen im Hotel tätig: Barservice, Housekeeping, Rezeption, Küche. Das macht Spaß.“ Mehr aus Bad Rothenfelde

Schulungen

Geschäftsführer Arne Unnerstall legt viel Wert darauf, seine Auszubildenden umfassend mit der Arbeit im Hotel vertraut zu machen. So bietet das Hotel zur Post ihnen zusätzlich zum Berufsschulunterricht ein- bis zweimal im Monat Schulungen an. „Es ist wichtig, dass die Auszubildenden nicht als vollständige Arbeitskraft eingesetzt werden, sondern wirklich Lehrling sein dürfen“, so Unnerstall. Der Hotelier weiß, wie schwierig es ist, Auszubildende zu bekommen, denn Schichtdienst sowie das Arbeiten am Wochenende und an Feiertagen sind unumgänglich. „Man muss es lieben und leben“, betont Unnerstall.

Wer sich für einen Beruf im Hotel interessiert, sollte insbesondere den Kontakt zu Gästen mögen und über ein gepflegtes Erscheinungsbild verfügen. Für die Ausbildung zum Hotelkaufmann empfiehlt Unnerstall zudem einen Realschulabschluss. Der Hotelier ist Ausbilder mit Leidenschaft: „Es ist schön zu sehen, wie sich junge Leute entwickeln.“ Die Chancen nach der Ausbildung seien hervorragend, berichtet er: „Deutsche Fachkräfte werden überall in der Welt mit Kusshand genommen.“ Joana Kinas und Angesom Tekle sind erst einmal glücklich, wo sie jetzt sind. „Es macht Spaß, in einem motivierten Team zu arbeiten“, sagt Kinas und Tekle ist sicher: „Das ist mein Traumjob.“

Informationen

Freie Ausbildungsstellen finden sich unter jobs.landkreis-osnabrueck.de oder auf der „Azubis werben Azubis“-Messe (Infos: ilek-sol.eu).


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