Ein Kunsttechniker erzählt Die Lichtsicht in Bad Rothenfelde wird aufgebaut

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Bad Rothenfelde.  Fünfmal gab es die Lichtsicht Projektions-Biennale schon, fünfmal ist der gelernte Elektroinstallateur Christian Meyer nun dabei – und doch: Dieses Jahr ist alles anders. „Es werden nur Videoskulpturen gezeigt, die schon mal da waren“, berichtet er. Das wirbelt alles auf – und macht vieles einfacher. Eine Stippvisite bei den Aufbauarbeiten.

Christian Meyer schnuppert die salzhaltige Luft auf dem Kiesweg unterhalb des Gradierwerks, wo er seinen großen Hubwaagen abgestellt hat. Im kommenden Monat wird er noch viel davon einatmen. „Ein gesunder Arbeitsplatz“, schmunzelt der Mann, in dessen Händen die technische Umsetzung der Projektionskunst-Biennale liegt. Damit klettert er auf seinen Hubwagen, verstaut den ersten von 56 zu installierenden Projektoren neben sich und fährt nach oben. Der Bauhof der Gemeinde hat die Stehlen für die Geräte bereits aufgestellt. Er hat in den vergangenen Wochen die wasserdichten Gehäuse darauf gebaut. „Ein bisschen“ habe sich der Zeitplan verzögert. Die Regenfälle der letzten Woche haben es unmöglich gemacht, mit dem Hubwagen den Schotterweg im Kurpark entlang zu fahren. Für ihn nicht mehr als ein Achselzucken. „Egal wie gut die Planung ist, egal wie lange man sich für die Vorbereitung Zeit lässt, hinten raus wird es immer eng“.

Hobby und Beruf vereint

Christian Meyer muss das wissen. Von Beginn an ist er bei der Lichtsicht dabei. Im ersten Jahr half er der Osnabrücker Künstlerin Elisabeth Lumme bei der Umsetzung. Seit dem zweiten Jahr liegt der größte Teil der Lichtsicht-Technik in den Händen seiner Firma ORB Projektions GmbH. „Ich habe immer gerne mit Licht und Projektion gearbeitet“, berichtet der gelernte Elektroinstallateur. Im Theater konnte er schließlich Hobby und Beruf verbinden. Außerdem lernte er immer mehr Künstler kennen – auch Videokünstler: „Viele gute Ideen“ habe er seitdem gehört. Immer wieder wurde aber auch klar: Die technischen Umsetzung fiele den Künstlern oftmals nicht leicht, da ihnen das notwendige technische Wissen fehle. Die Geschäftsidee war geboren.

Ein Ölteppich im Ententeich?

Mittlerweile ist Christian Meyer bei dem wasserdichten Projektor-Behälter angekommen und knöpft die Plane auf. „Die Lichtsicht ist größer geworden, die Künstler, die mittlerweile kommen, haben mehr Erfahrungen mit großen Projekten“, beschreibt er die Veränderungen der letzten Jahre. Andere Sachen ändern sich nicht: Christian Meyer macht, was physikalisch möglich ist. Doch manchmal muss auch er die Segel streichen: „Eine Idee war mal eine Art Ölteppich auf dem Ententeich zu verteilen“, erinnert er sich. Statt Öl sollte eine andere weniger umweltgefährdende Substanz verwendet werden, die es in der Form jedoch nicht gibt – vor allem nicht zu dem Budget, das zur Verfügung stand. „Wie sollte dieses Projekt mit den Tieren vereinbar sein, die dort leben?“, fragt Meyer, während er den Projektor in den Behälter installiert. Der Künstler reagierte damals gelassen.

Alles anders

Weniger Überraschungen dieser Art erwartet der Kunsttechniker in diesem Jahr: Geplant ist eine Retroperspektive zum Jubiläum. Alle Kunstwerke sind schon einmal auf die Gradierwerke projiziert worden. Der „Videotest“ wird erst in etwa zwei Wochen laufen. Das ist knapp. Allerdings wird es wohl auch nur noch um die Feinjustierung gehen. In den Jahren zuvor haben die Künstler nach diesem ersten Test noch einmal korrigiert, denn die Gradierwerke schlucken die Farben. Das fällt jetzt weg. „Es wird vor allem darum gehen, dass alles passt, das alle Projektionen nach oben, nach unten und zur Seite die richtigen Abstände haben“, so Meyer, der mit dem Hubwagen nun herunterfährt. Er schnappt sich den zweiten Projektor. Bis dahin ist noch viel zu tun.

(Weiterlesen: Lichtsicht. Doch noch Geld der Risken-Stiftung?)


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