Wann lohnt es sich? Strom vom eigenen Dach – Infoabend in Bad Rothenfelde

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Informationen zum Thema Photovoltaik lieferte Energieeffizienzberaterin Birgit Wordtmann (rechts) auf Einladung von Klimaschutzmanagerin Lisa Hanhart. Foto: Petra PieperInformationen zum Thema Photovoltaik lieferte Energieeffizienzberaterin Birgit Wordtmann (rechts) auf Einladung von Klimaschutzmanagerin Lisa Hanhart. Foto: Petra Pieper

Bad Rothenfelde. Gut besucht war eine Informationsveranstaltung zum Thema „Strom vom eigenen Dach – wann lohnt sich Photovoltaik?“, eine Initiative der Klimaschutzmanagerin der Gemeinde Bad Rothenfelde, Lisa Hanhart. Als individuelle Empfehlung für jeden Interessierten erwies sich dabei das Solardachkataster des Landkreises.

Die Glandorfer Architektin und Energieeffizienzberaterin Birgit Wordtmann, deren Spezialgebiete Passivhäuser und Sanierungen sind, informierte kenntnisreich und verständlich über technische Möglichkeiten, das hohe Potenzial der Sonnenenergie nutzbar zu machen. Sie verwies in dem Zusammenhang auf die Arbeiten der Professoren Konrad Mertens und Volkmar Quaschning, dessen Vortrag am 21. September in Osnabrück sie ausdrücklich empfahl.

Überall außer auf der Nordseite

Auch im nicht ganz so sonnenverwöhnten Nordwesten Deutschlands rechne sich die Nutzung von Photovoltaik (PV), im Schnitt könne man von 980 Kilowattstunden Ertrag pro Quadratmeter und Jahr ausgehen. „Das ist ganz ordentlich“, so Wordtmann. Nicht geeignet seien Norddächer, alle anderen, auch Flach- oder Wintergartendächer, sofern hinreichend tragfähig und unbeschattet, seien prinzipiell für die Anbringung von PV-Modulen geeignet. Auch als Verschattungselement anstelle etwa einer Markise könne man die Module einsetzen.

Kritik an Bundespolitik

Argumente, die Herstellung der Module verbrauche seltene Rohstoffe oder die Herstellungskosten schmälerten den Ertrag überproportional, wies die Beraterin mit Verweis auf entsprechende Erfahrungswerte zurück. Problematisch seien allerdings die durch die Politik der Bundesregierung verursachten zahlreichen Herstellerinsolvenzen, in deren Folge man jetzt Module und Ersatzteile aus China beziehen müsse.

Speichertechnik noch zu teuer

Wer mit dem spitzen Bleistift rechne, werde heute wohl noch auf eine Speicherbatterie verzichten, meinte Wordtmann. Zwar gebe es leistungsstarke Speicher, jedoch seien sie noch recht teuer. Erst wenn die Autoindustrie ihre Forschung forciere, würden die Ergebnisse auch der Sonnenenergienutzung im Haus zugute kommen. Heute empfehle sich, durch Dämmung und überlegten Verbrauch Energie zu sparen beziehungsweise sie dann zu verbrauchen, wenn sie im Überfluss vorhanden ist, also Sonnenenergie vornehmlich in der Mittagszeit.

Politischer Unwille belastet Verbraucher

Auf Fragen der Zuhörer nach gemeinschaftlichen Puffereinrichtungen und anderen Innovationen antwortete Wordtmann, die technischen Probleme könnten alle leicht gelöst werden, wenn es denn politisch gewollt wäre. Das aber sei momentan nicht der Fall. Die realen Stromkosten würden seit Jahren sinken, nicht zuletzt durch die kostenlosen erneuerbaren Energien, aber beim Verbraucher seien die Ersparnisse noch nicht hat angekommen.

Energieberatung

Wer zur Selbsthilfe greifen will, kann sich beim Solardachkataster des Landkreises informieren ( www.solardachkataster-lkos.de). An konkreten Beispielen demonstrierte die Referentin die Funktionsweise der Applikation, indem sie Investitionen und Erträge errechnen ließ. Auch die Energieagentur NRW bietet einen individuellen Stromcheck. Eine persönliche Energieberatung findet jeden ersten Dienstag im Monat im Rathaus statt, Anmeldungen unter Tel.: 05424/223156 oder per E-Mail an: hanhart@gemeinde-bad-rothenfelde.de.


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