SPD-Kandidat im Wahlkreis 38 Bundestagswahl: Spiering will mit klarem Profil punkten

In jeder Hinsicht ein Allrounder: SPD-Bundestagskandidat Rainer Spiering weiß nicht nur bei Politik-Fragen, sondern auch als Heimwerker immer eine Lösung. Foto: Swaantje HehmannIn jeder Hinsicht ein Allrounder: SPD-Bundestagskandidat Rainer Spiering weiß nicht nur bei Politik-Fragen, sondern auch als Heimwerker immer eine Lösung. Foto: Swaantje Hehmann

Bad Rothenfelde. „Wir müssen kämpfen, um mit unseren Themen Gerechtigkeit und Bildungschancen die Wähler zu gewinnen“, weiß Rainer Spiering, der seit vier Jahren der SPD-Mann der Region in Berlin ist, dass seine Partei im Wahlkampf-Schlussspurt einiges zulegen muss. Aber der Bad Rothenfelder hat schon mehrfach langen Atem bewiesen.

Mit Platz neun der Landesliste hat der 61-Jährige gute Chancen, auch nach der Wahl am 24. September weiter der SPD-Bundestags-Fraktion anzugehören. 2013 ist ihm mit dem Sprung ins Bundesparlament gelungen, ein lang verfolgtes Ziel zu realisieren: Das Osnabrücker Land auf der großen Politik-Bühne zu vertreten und ein aus seiner Sicht vernachlässigtes Thema in den Fokus zu rücken – die Berufsbildung.

Mehr als 25 Jahre ist der Südkreis-Politiker als Berufsschullehrer tätig gewesen und sieht im aussichtsreichen Listenplatz auch eine Bestätigung für seine Arbeit der zurückliegenden vier Jahre: „Die Bedeutung der beruflichen Bildung muss ich heute in Berlin keinem mehr groß erklären. Inzwischen wissen hier alle, dass die Zahl der bundesweit rund 2,5 Millionen Berufsschüler weit größer ist als die der Gymnasiasten im Lande.“

Die Erdung nicht verloren

Auch im Polit-Raumschiff Berlin hat er die Erdung nicht verloren. Dafür sorgt schon, dass die Hauptstadt zwar Arbeitsplatz ist und hier immer drei Anzüge im Koffer sind, aber sein realer Lebensmittelpunkt weiter im Rothenfelder Ortsteil Strang 51 liegt. Mit Frau Jutta sowie Tochter Nele und deren Ehemann lebt der dreifache Familienvater unter einem Dach.

Hier ist er auch als eines von fünf Kindern eines Tischlermeisters aufgewachsen und hat dem Vater in der Werkstatt geholfen. Da wundert es nicht, dass vieles in Heimwerker-Arbeit entstanden ist. Lieblingsplatz ist denn auch die Außenterrasse des Wintergartens: „Da hab ich sofort Heimat-Feeling.“

Spiering steht in jeder Hinsicht für Kontinuität. Seit rund 40 Jahren ist er SPD-Mitglied, wurde Anfang der 90er in den Bad Rothenfelder Gemeinderat gewählt und gehört seit 1996 dem Kreistag an. Hier hat er in seiner Zeit als Fraktionsvorsitzender von 2000 bis 2010 auch mit CDU-Fraktionschef Martin Bäumer die schwarz-rote Mehrheitskooperation auf den Weg gebracht, die seit 2006 erfolgreich funktioniert.

„GroKo“ kann Spiering – im Kleinen wie im Großen. Die Regierungs-Bilanz fällt für ihn aus SPD-Sicht sehr positiv: „Das sind eigentlich von den Inhalten her vier sozialdemokratisch geprägte Jahre gewesen.“ Nur für das Finanzministerium mit Schäuble treffe das nicht zu, aber der Apparat stelle auch noch einmal eine „eigene Regierung in der Regierung“ dar, so das Mitglied des Bildungs- sowie Landwirtschaftsausschusses in Berlin.

„Wichtig, dass SPD in Berlin Gewicht hat“

Zur Großen Koalition passt auch die modische schwarz-rote Lesebrille, die zur Optik des Abgeordneten zählt. Ob sie auch nach dem 24. September weiter erste Wahl ist, steht noch nicht fest: „Die gibt es auch in anderer Rot-Kombination“, sorgt dieser Aspekt bei der Frage nach den Mehrheits-Farben beziehungsweise den Oppositions-Rollen in der neuen Legislaturperiode für ein Schmunzeln.

Er ist überzeugt: „Spitzenkandidat Martin Schulz wird die Kurve kriegen.“ Dessen Thema Gerechtigkeit steht auch für Spiering ganz oben: „Dieses klassische sozialdemokratische Feld ist heute in Zeiten von Globalisierung wichtiger den je, denn die Zahl der Menschen, die von der wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt werden, wird immer größer.“

Der Stress des Wahlkampfs, der bis zum 24. September durchgehend täglich für drei bis fünf Termine sorgt, ist Spiering vor allem an einem anzumerken: Er greift häufiger wieder zur Zigarette.

Mit 32,3 Prozent der Erststimmen lag er 2013 zwar deutlich hinter dem CDU-Kandidaten, aber einige Prozente über dem Partei-Ergebnis. Das ist auch für den 24. September sein Ziel: „Es ist wichtig, dass die SPD in Berlin Gewicht hat – egal, ob in der Regierung oder in der Opposition.“

Die Kandidaten für die Bundestagswahl der Stadt Osnabrück (Wahlkreis 39) im Porträt:

Die Kandidaten für die Bundestagswahl im Wahlkreis Osnabrück-Land (Wahlkreis 38) im Porträt:


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