Letzte Nachbesserungen Zu viel Wasser im Solarpark in Bad Rothenfelde


Bad Rothenfelde. Der Solarpark in Bad Rothenfelde läuft. Auch an bewölkten Tagen wird Strom produziert. Nun stehen letzte Nachbesserungen auf dem Gelände des ehemaligen Vogelparks an.

Seit Mitte August 2015 liefert der Solarpark nun Strom. „Es ist ein tolles Projekt und ich freue mich, dass wir das Gelände so gut nutzen können“, freut sich Franz-Josef Albers, Vorsitzender des Bau-, Umwelt- und Planungsausschusses während der Begehungstermines. 16 Hektar umfasst das Gelände des früheren Vogelparks. Von den alten Gebäuden ist kaum noch etwas zu sehen. An ihrer Stelle: mehr als 30000 blendarme Module und 262 Wechselrichter, die bis zu acht Megawattstunden Strom pro Jahr zum Umspannwerk in Dissen leiten.

Strom und Wasser verträgt sich nicht

Mit schweren Wanderstiefeln stapft Hans Rainer Stork von der Errichter- und Betreiber-Firma Sunovis durch die festgefahrene Furchen und über letzte Beton-Überreste. Es ist eine der letzten Baustellen, die die Firma auf dieser Anlage noch in Angriff nehmen muss. Denn die Fläche ist ungewöhnlich feucht. Die Seen treten bei starkem Regen über die Ufer, die Fläche ist noch dazu leicht abschüssig. Das Wasser läuft vom Wald in den Solarpark, gleichzeitig kann das Wasser nicht absickern. „Der Wasserspiegel in den Tümpeln ist manchmal schon abgesunken, da steht unter den Solaranlagen noch Wasser“, berichtet Bauamtsleiter Günter Rolf. Daher plant die Firma, das Wasser teils in die Tümpel zu leiten. Denn Strom und Wasser verträgt sich nicht.

Letzter Schliff für Biotop

„Außerdem müssen wir den Boden noch glatt ziehen“, erklärt Stork. Das sehen die Auflagen aus dem Genehmigungsverfahren vor – und käme auch dem Schäfer zugute, dessen Tiere Wiesen und Pflanzen kurz halten. Nur zweimal im Jahr soll eine Maschine den Vierbeinern die Arbeit erleichtern – und die schafft es kaum über das unwegsame Gelände. Mathias Beckwermert vom BUND hält eine Veränderung der Bodenbeschaffenheit für ökologisch wenig sinnvoll. „Hier ist eine wunderbare ökologische Nische“, sagt er. Würde man neue Erde aufschütten und die Fläche begradigen, schade das dem Biotop, das sich entwickeln konnte. Dann steigt Mathias Beckwermert über den kleinen Elektrozaun, der die erste Hälfte des Solarparks von der Ausgleichsfläche mit vielen Sträuchern und kleinen Tümpeln trennt.

Zaun reicht nicht

Hier kann Wild an kleinen Tümpeln und Sträuchern vorbei von einem Waldrand zum anderen wechseln. Ein Biotop. Vom Solarpark selbst hält ein Zaun die Tiere ab – eigentlich. Doch der Zaun reicht nicht bis zum Boden, denn Kleinwild sollte hier zunächst die Möglichkeit haben zwischen dem Inneren und Äußeren des Parks zu wechseln. Doch auch Lämmer schlüpfen häufig auf ihren Spritztouren abseits der Herde unter dem Gatter hindurch. Andersherum dringen über den gleichen Weg auch fremde Hunde auf das Areal. Ein Stressfaktor für die Herdentiere.

Staatliche Förderung sinkt

Gezahlt werden die Maßnahmen vom Errichter des Solarparks. Noch ist das möglich. „In Zukunft dürfen Maßnahmen dieser Art nicht mehr sehr teuer werden“, berichtet Hans Rainer Stork am Ende seiner Runde. Schon heute müssen Anlagen mit 6 Cent Einspeisegebühr betrieben werden. Tendenz der staatlichen Förderungen: sinkend. Dennoch: Hans Rainer Stork glaubt an das Potenzial der Solaranlagen: „Pro Tag wirft die Sonne so viel Energie auf die Erde wie wir in einem Jahr brauchen.“ Der Solarpark Bad Rothenfelde fängt einen Teil davon auf.


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