Am Montag 80. Geburtstag Bad Rothenfelder Kuhn glänzte als Stabhochspringer



Bad Rothenfelde. Im Stabhochsprung wurde der Rothenfelder Reinhold Kuhn mal Deutscher Jugendmeister, ebenso hoch hinaus ging es mit seiner Singstimme, mit der er es bis zum hohen C brachte.

Am Montag feiert der nimmermüde Tausendsassa seinen 80. Geburtstag – weshalb der Motor des schweren Firmen-Lkw für einen Tag aus bleibt. Es ist nicht einfach, einen Termin für ein Interview mit Reinhold Kuhn zu bekommen. „Er müsste jetzt irgendwo bei Dortmund sein, dorthin bringt er Fracht“, erklärt seine Ehefrau Elfriede am Telefon. Als dann am Abend der versprochene Rückruf kommt, ist es wieder sie. Ihr Mann stecke auf der Autobahn fest, das geschehe nicht selten. Aber am nächsten Tag habe er spätnachmittags Zeit für ein Gespräch.

Reinhold Kuhn steht die Vitalität ins Gesicht geschrieben, als er die Tür des Hauses in der Siedlung Nunnensieks Hof öffnet. Auch heute war er schon unterwegs mit dem 25-Tonner, den er für die FH-Spedition in Dissen fährt. „Das macht mir einfach Spaß. Herumsitzen ist nichts für mich“, sagt er mit lebhaften Augen. Den größten Teil seiner Berufslebens hat er „auf dem Bock“ verbracht, fährt heute noch durch ganz Nordwestdeutschland.

Er wurde am 15. Mai 1937 in Georgsmarienhütte geboren. In der Nähe des Rehlbergs, wo die Sportanlagen sind. Diese Nähe hat auf sein weiteres Leben abgefärbt. Während seiner Volksschulzeit trat er in den Turnverein „Gut Heil“ ein, wurde ein guter Turner und Leichtathlet. Der Stabhochsprung hatte es ihm besonders angetan. „Zu Beginn bekam ich eine Bohnenstange in die Hände, mit der ich über eine Leine sprang“. Die Ausstattung verbesserte sich – über eine Bambusstange hin zu einem Stahlstab. Der junge Reinhold sicherte sich die Kreismeisterschaft, wurde Bezirksmeister, dann Landesmeister.

1955 nahm er an den Deutschen Jugendmeisterschaften teil. „Ich weiß noch, damals aß ich gern Koteletts. Vor dem Sprung durfte ich natürlich nichts essen, aber mein Trainer, Otto Höschle, sagte mir, wenn es vorbei wäre, dürfte ich so viel davon essen wie ich wollte“. Das war Ansporn genug. Kuhn siegte in einem Teilnehmerfeld von 40 Konkurrenten. „Als ich über die 3,50 Meter-Latte segelte, rief ich: Otto, Koteletts“, lacht er noch heute über seine eigene Unbekümmertheit damals. Die sportliche Laufbahn ging noch weiter, 1960 gewann er im Rahmen seiner Zugehörigkeit zum Bundesgrenzschutz die Deutsche Polizeimeisterschaft in dieser Disziplin.

Sein zweites Hobby war und ist die Musik. Vom  evangelischen Kirchenchor in GMHütte führte sein Weg zur katholischen Kirche, wo er das Orgelspiel lernte. Während seiner Zeit beim Bundesgrenzschutz in Goslar, nahm er privat Gesangsunterricht bei der Opernsängerin Martha Sträter. Kuhn begann Opern- und Operettenmelodien zu singen. Jahre später, wieder zurück in seiner Heimat, trat er dem MGV „Harmonie“ Glane bei, wo er Solopartien sang und eine CD aufnahm.Seinen 80. Geburtstag begeht der Vater zweier Söhne bei bester Gesundheit. Das führte er auf einen selbstgebrauten Knoblauchtrunk zurück, von dem er sich jeden Tag ein Gläschen genehmigt. Sein abwechslungsreich geführtes Leben hat sicherlich ebenfalls etwas zu seiner Vitalität beigetragen.


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