Ex-Muslima zu Gast in Bad Rothenfelde Frauenrechtlerin Leyla Bilge auf Stimmenfang für die AfD

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Bad Rothenfelde. Wenn die „Alternative für Deutschland“ die Arena betritt, herrscht meist scharfer Gegenwind. In Bad Rothenfelde blieb aber alles ruhig, als AfD-Mitglied Leyla Bilge im Haus des Gastes über die Unterdrückung der Frau im Islam und über Kinderehen sprach. Mehrere Polizeibullis mit Einsatzkräften waren vor Ort um Präsenz zu zeigen und im Notfall einzugreifen.

Auch Bürgermeister Klaus Rehkämper war zum Haus des Gastes gekommen, um sich einen Eindruck zu verschaffen. „Laut niedersächsischer Kommunalverfassung haben Parteien ein Recht darauf, öffentliche Einrichtungen zu nutzen“, erklärte er. Wenn er Parteien wie SPD oder CDU eine Plattform zur Verfügung stelle, dann müsse er das auch der AfD.

Deutlich weniger großzügig war da Andrea Koch, Inhaberin des „Café in Moll“ im Haus des Gastes. „Hier gibt es heute gar nichts“, sagte sie vor leeren Kuchentheken und bei abgeschalteter Kaffeemaschine. Und weil auch sie für Gleichberechtigung ist, hat sie beschlossen: „Und bei allen anderen Wahlkampfveranstaltungen, egal von welcher Partei, auch nicht.“

In Moscheen deutsch sprechen

Leyla Bilge, Ex-Muslima und überzeugte Frauenrechtlerin, berichtete in ihrem Vortrag über die Unterdrückung der Frau im Islam, die in der Verheiratung von Kindern bereits im Alter von fünf oder sechs Jahren gipfelt. Sie selbst sei verheiratet worden, bevor sie 18 Jahre alt war, sagte sie. Die 35-jährige Mutter stemmte sich vor allem dagegen, dass diese Tradition in Deutschland toleriert wird. Damit werde das deutsche Gesetz mit Füßen getreten. Schon die Verschleierung von weiblichen Kindern sei Missbrauch. „Wir müssen das Tragen von Schleiern in den Schulen verbieten“, sagte sie. Jeder dürfe seine Tradition leben – aber bitte nicht in Deutschland.

Leyla Bilge zeigte sich ebenso nicht damit einverstanden, dass Muslime ihre Religion hier frei leben können. In den Moscheen müsse deutsch gesprochen werden, damit auch jeder verstehen könne, was gepredigt wird. „Das ist allein schon zum Schutz vor der Radikalisierung von jungen Moslems nötig“, sagte sie.

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„Die Flüchtlinge hier sind keine Kriegsopfer“

Bilge machte sich dafür stark, den Menschen in den Kriegsgebieten direkt vor Ort zu helfen. Man müsse einem vollbärtigen Hassan hier in Deutschland nicht das Geld hinterherwerfen, wenn man damit im Irak viele Kinder glücklich machen könne. „Die Flüchtlinge hier sind keine Kriegsopfer“, sagte Leyla Bilge. Die wahren Opfer seien die Frauen und die Kinder, die nicht das Geld für die Flucht hätten und in den Kriegsländern auf dem Sklavenmarkt verkauft und missbraucht würden.

Die Referentin zeigte verschiedene Bilder und Videoclips, die das Leid der Menschen in verschiedenen Flüchtlingscamps im Nahen Osten dokumentieren sollen, unter anderem an der syrisch-türkischen Grenze. Sie erklärte, dass der türkische Präsident Erdogan nur deswegen für die Visafreiheit sei, damit er die ganzen Flüchtlinge legal nach Europa weiterleiten könne. Die Flüchtlinge stellten in der Türkei einen Asylantrag, würden eingebürgert und reisten dann als türkische Staatsbürger nach Europa weiter.

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Bilge gegen Aufnahme von Flüchtlingen

Die AfD-Frau positionierte sich deutlich gegen die Aufnahme von Flüchtlingen, die ihrer Ansicht nach zu 80 Prozent keine Flüchtlinge seien. Auch der Familiennachzug müsse komplett unterbunden werden. „Wir holen uns damit Menschen ins Land, die unsere Hilfe gar nicht benötigen, und bezahlen auch noch dafür“, sagte sie. „Wir glauben ihnen ohne jeden Identitätsnachweis das, was sie uns erzählen und die lachen sich über uns kaputt.“

Am Ende forderte Bilge die rund 30 Anwesenden auf, Merkel, die „Marionette Erdogans“, endlich abzuwählen und der AfD die Stimme zu geben. Merkel sei mit ihren Vorstellungen von Integration gescheitert und müsse dafür zur Rechenschaft gezogen werden.

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