Wunsch: Anteilnahme der Politik Rothenfelder Gleichstellungsbeauftragte: Unsichtbare Arbeit

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Seit zwölf Jahren kümmert sich Marina Wernemann um die Interessen von Frauen – und Männern – in Bad Rothenfelde. Foto: Simone GraweSeit zwölf Jahren kümmert sich Marina Wernemann um die Interessen von Frauen – und Männern – in Bad Rothenfelde. Foto: Simone Grawe

Bad Rothenfelde. Seit zwölf Jahren ist Marina Wernemann die Bad Rothenfelder Gleichstellungsbeauftragte. Ihr Arbeitsbericht machte deutlich: Vieles von dem, was sie tut, ist unsichtbar – aber unverzichtbar.

Ihren schriftlichen Bericht, den die Ausschussmitglieder schon kannten, wollte Wernemann nicht vorlesen, vielmehr wünschte sie sich Fragen aus dem Sozialausschuss. Die kamen reichlich. So wurde die Gleichstellungsbeauftragte nach ihren Wünschen für eine leichtere Erfüllung ihrer Aufgabe gefragt. „Denn ihre Arbeit ist wichtig. Vielleicht können wir sie ein wenig sichtbarer machen“, regte Dirk Lange-Mensing von den Grünen an.

Zum ersten Mal nach Wünschen gefragt

„Ich habe ja nun schon mit mehreren Räten zusammengearbeitet. Dass ich nach meinen Wünschen gefragt werde, ist das erste Mal“, freute sich Marina Wernemann. Sie ist die erste Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde, musste sich ihr Arbeitsgebiet Stück für Stück selbst aufbauen. „Das war nicht leicht.“

Ihre Erfahrung: „Alleine kann man wenig bewältigen. Deshalb wäre es schön, wenn Ratsmitglieder an Veranstaltungen teilnehmen und mich unterstützen würden.“ Zum Beispiel bei einem Vortrag über das Thema „Gewalt gegen Frauen“ oder der Durchführung des Kinderflohmarkts, der zwar nicht zu ihren originären Aufgaben gehöre, den sie aber ins Leben gerufen habe. Wernemann: „Deshalb ist er immer noch mein Baby“, das sie zusammen mit dem Förderverein der Grundschule betreut.

Arbeit im Verborgenen

Großes Lob zollte Onat Temme (SPD) der Gleichstellungsbeauftragten: „Du machst tolle Arbeit mit einem großen Zeitaufwand.“ Temmes Vorschlag, Sprechstunden der Gleichstellungsbeauftragten in einem Raum der Gemeindeverwaltung anzubieten, erwies sich jedoch als unrealistisch. „Viele Frauen möchten nicht gesehen werden, wenn sie mit mir sprechen. Schließlich geht es oft um sensible Themen“, erklärte Wernemann. Deshalb kläre sie vieles telefonisch oder treffe sich mit den Frauen lieber außerhalb des Rathauses.

Dolmetschen

Dass sie auch Dolmetscher- oder Übersetzeraufgaben für die Frauen übernehme, war den Kommunalpolitikern neu. Oft seien es Situationen, die für die betroffenen Frauen sehr schwierig sind, erklärte Wernemann. Wobei die Frauen nicht alle Bad Rothenfelderinnen sind. „Dissen bediene ich mit, weil es dort keine Gleichstellungsbeauftragte gibt.“ Mehr aus Bad Rothenfelde

Temme fragte Wernemann, ob sie, so wie es gesetzlich vorgesehen ist, auch bei Personalentscheidungen der Verwaltung hinzugezogen werde. „Noch nie“, bedauerte Marina Wernemann.

Auch für Männer

Sie erinnerte den Ausschuss daran, dass sie nicht nur für die Gleichstellung von Frauen, sondern auch für die von Männern zuständig sei und Verwaltung und Politik alle drei Jahre einen Gleichstellungsbericht erstellen müssten. „Es geht dort um die Bestimmung von Zielen und ihre Umsetzung. Dieser Bericht ist nicht meine Aufgabe, sondern eine gemeinsame.“


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