Kunst des Bauchredens Benjamin Tomkins mit Sack und Pack in Bad Rothenfelde

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Bad Rothenfelde. Aus dem Bauch heraus kommt der Witz des Benjamin Tomkins. Der Wahlberliner pflegt nämlich die Kunst des Bauchredens und agiert in seiner Show mit Puppen, die sich so manche Frechheit herausnehmen. Bei seinem Auftritt in Bad Rothenfelde bewies sich Tomkins ebenso als Stand Up-Comedian.

Die 200 Zuschauer im Kurhaus hatten kaum Platz genommen, als Tomkins sie schon in Beschlag nahm. Bei Sportlern nennt sich diese Ouvertüre vor dem eigentlichen Ereignisbeginn Stretching, bei Comedians ist wohl angemessen von Zwerchfell-Warm-Up zu sprechen. Der Künstler legte ohne Punkt und Komma los, parlierte über Frühstückseier, wonach er sprunghaft zum Besuch des „HOMA“ wechselte, einem Hotel of Modern Art, wo die Waschbecken einer Vogeltränke nicht unähnlich sind und Seifenspender Geräusche machen, als „bekäme man eine SMS“.

Ausgezeichneter Comedian

Tomkins hat sich in den vergangenen Jahren als Spätberufener einen Namen in der Szene machen können. Schlagfertigkeit und Witz müssen einem Comedian zu eigen sein – davon bringt der 50-Jährige eine ganze Menge mit. In bester Stand-up-Manier begeistert er sein Publikum auf Bühnen in der gesamten Republik und heimste bereits zwischen Klagenfurt und Rostock verschiedene Kleinkunstpreise ein.

Puppenflüsterer

Wesentlicher Bestandteil seiner Shows ist der Auftritt verschiedener Puppentypen, mit denen er nach Herzenslust seiner Kunst des Bauchredens nachgehen kann. Auch „Puppenflüsterer“ genannt bringt er dabei manch Erstaunliches zustande und kann sich deshalb der Begeisterung seines Publikums sicher sein. Allein schon die Nummer mit dem „Hard-Rock-Hasen“ war das Eintrittsgeld wert. Als ob er ein Eigenleben entwickelt hatte, steckte das Langohr voller Frechheiten, verschonte selbst seinen Herrn und Meister nicht. Selbst der Song „Highway to Hell“ fehlte nicht.

„Mein Brunnen, meine Regeln“

Klasse auch der Froschkönig: Der selbstgefällige grüne Kerl ließ sich nur ungern von seinem Herrn und Meister das bekannte Märchen erzählen, unterbrach ihn immer wieder. Als dann die Stelle mit der goldenen Kugel kam, die der Prinzessin in den Brunnen fiel, hatte der Frosch einen anderen Ausgang im Sinn, als ihn die Vorlage vorsieht. Hier verfolgte der Froschkönig eindeutig sexuelle Ziele, wofür er vom Puppenflüsterer mit Entrüstung getadelt wurde. „Mein Brunnen, meine Regeln“, konterte Majestät unbeeindruckt.

Gags kamen Schlag auf Schlag

Als man dann schließlich an die entscheidende Stelle kam, da wo eigentlich der Prinz ins Spiel kommt, entpuppte sich der Froschkönig – als alter Sack. Und die nächste Nummer begann. So ging es an diesem Abend weiter und weiter. Tomkins allein, Tomkins mit Puppen, die Gags kamen Schlag auf Schlag. Manchmal ein wenig platt, „Heute habe ich meinen Joghurt fallen lassen. Er war nicht mehr haltbar“, aber in der Regel wirklich komisch. Das Publikum hatte Mühe Atem zu holen. Aber dafür hatte ja jeder auch bezahlt.


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