Abbruch so gut wie abgeschlossen Haus Hafner in Bad Rothenfelde ist Geschichte


Bad Rothenfelde. Der Abrissbagger hat in dieser Woche ganze Arbeit geleistet: Das ehemalige Haus Hafner in Bad Rothenfelde ist dem Erdboden gleichgemacht.

Dirk Lange-Mensing vom Salinenarchiv schreibt: „Wo vor 130 Jahren Badegäste und Einheimische im ,hübschen Saal mit großem Musikwerk und Piano‘ ihre Feste feierten, vor 50 Jahren Einkäufer an der Fülle von Konservendosen, Frischfleisch, Spirituosen, Haushaltswaren, Obst, Gemüse, Stärkungsmittel, Reformdiät und Diabetikerkost zur Unterstützung einer erfolgreichen Badekur erfüllen konnten, um sich nach dem Einkauf im Kreise treuer Dauergäste in der angrenzenden kleinen Imbiss-Stube mit ,leckerem Schaschlik‘, ,frisch gegrilltem Hähnchen‘ oder an einer ,aromatischen Tasse Kaffee‘ zu erfreuen, erinnern bald nur noch Aufzeichnungen, Fotos und Erinnerungen an das einstige Haus Hafner und die wechselvolle Geschichte.“ „Genuss ohne Reue“ und „dreifachen Dienst am Kunden“ war das Versprechen der Familie Hafner an ihre Kunden in den 1960er Jahren. Erfüllt wurde es im Hauptgeschäft an der Frankfurter Straße, einem Miniaturlädchen mit sechs Quadratmetern Größe an der Münsterschen Straße 1 und einem Geschäft in der legendären Wandelhalle mit Delikatessen und Feinkost. (Weiterlesen: Die Historie des Hauses Hafner – Gasthof Germania an der Lindenallee)

Umbauten

Der Ära Hafner gingen zahlreiche Umbauten des Hauses voraus, das Zeitzeuge einer wechselvolle Geschichte seit der Errichtung im Jahr 1858 gewesen ist, so Lange-Mensing. Seit 1886 im Besitz der Familie Hafner, wurde es als „Gasthof Germania“ mit Festsaal bekannt und warb in den 20er Jahren unter anderem mit der Waldnähe, eigenen Garagen und einer staubfreien Lage. Das Haus, in dem einige Jahrzehnte auch der in Bad Rothenfelde bekannte Pastor Martin Hafner lebte, bot wie viele Gebäude des Kurortes Unterschlupf für Bombenflüchtlinge in den Wirren des Zweiten Weltkrieges. Mehr aus Bad Rothenfelde

In dieser Zeit wurde auf dem Gelände auch ein „Behelfsheim“ für die Flüchtlinge angebaut. Nach dem Krieg wurde die Firma „Martin Hafner O.H.G.“ gegründet. Größere und der Zeit entsprechend notwendige Umbauten folgten. Da es keine Nachfolge gab, wurde die Firma 1983 aufgelöst. (Ein Rundgang zum Abschluss: Die letzten Bilder vom Haus Hafner in Bad Rothenfelde)

Das Gebäude beherbergte in der jüngeren Vergangenheit für knapp drei Jahrzehnte eine Schlecker-Filiale, eine Kneipe, eine Reinigung, Imbisse und eine Pizzeria und im Obergeschoss Wohungen.

Der einstige Gasthof Germania / Haus Hafner als einer der letzten Altbauten an der Frankfurter Straße macht Platz für den geplanten „Märckerhof“, einen Gebäudekomplex mit den Gebäudeteilen „Salinen-Domizil“ und „Garten-Domizil“ und ihren insgesamt 24 Neubauwohnungen mit Fahrstuhl und Tiefgarage. (Weiterlesen: Wieder ein Altbau weniger in Bad Rothenfelde – Haus Hafner macht Platz für 24 neue Wohnungen)