Inmitten der Natur Pokémon-Jagd am Gradierwerk in Bad Rothenfelde

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Bad Rothenfelde. Ob an den alten Salinen oder vor dem Rathaus in Dissen überall sieht man sie: Pokémon-Jäger. Doch was ist an dem Hype dran? Und was macht das Jagdgefilde im Südkreis so besonders?

Und plötzlich ist Taubsy da. Mit herunterhängenden Beinen flattert der gelbe Vogel gegenüber der Salinen herum. Der Blick etwas starr. Kein Wunder, könnte man meinen – denn Pokémon-Jäger Sascha Kurth ist ihm direkt auf den Fersen. Seine Spielstrategie ist so einfach wie effektiv: Alles fangen, was ihm vor das Smartphone kommt. In der Mittagssonne aktiviert er den ersten Ball, eine Art Fangnetz de Luxe. Die Jagd ist eröffnet.

Jagdgefilde in reizvoller Umgebung

Der auf und ab hüpfende Ball, der Kampf um die Freiheit – das alles lässt ein vorbei spazierendes weißhaariges Paar ziemlich kalt. Lediglich das Handy des 41-Jährigen weckt Aufmerksamkeit. Die Gemütslage: irgendwo zwischen aufkeimendem Interesse und mildem Unverständnis. Denn was die beiden nicht sehen, ist das Display. Dort spielt die Musik, denn dort sind animierte Tiere im Manga-Style zu sehen, den Hintergrund bildet jeweils der Ort, an dem der Spieler steht und geht. In diesem Fall die Alten Salinen Bad Rothenfeldes. Wer im Südkreis jagen will, ist hier richtig. Auch am Charlottensee in Bad Iburg und am Dissener Rathaus sind viele Pokémons unterwegs.

Gemeinsame Leidenschaft

„Meine Frau hat sich dafür erst gar nicht interessiert“, erinnert sich Kurth. Als sie auf seinem Display dann einen recht gefährlich dreinschauenden Adler mit Irokesenschnitt direkt vor ihrem Fernseher entdeckte, war es allerdings auch um sie geschehen. Seitdem teilen die beiden eine Leidenschaft.

Blessuren

Eine Leidenschaft, die die Georgsmarienhütter oft in die Nachbarstadt zieht. „Im Südkreis sind nicht so viele Pokémons“, stellt Sascha Kurth mit Blick auf sein Display fest. Wem es nur um das Spiel geht, ist in Osnabrück also besser aufgehoben. Für manche Spieler bedeutet Pokémon Go allerdings: Raus aus der Stadt, rein in die Natur. „Das macht für uns die Sache wirklich reizvoll“, sagt Andrea Dinter, Mitbegründerin der Facebook-Gruppe ‚Pokémon Go Osnabrück und Südkreis‘. Doch egal wo: Für Sasche Kurth ist das Spiel eine Möglichkeit rauszukommen. „Wenn ich um zehn Uhr abends von der Arbeit nach Hause komme, dann setz ich mich oft auf die Couch“. Das Spiel gebe ihm einen Grund noch mal rauszugehen. Sogar einen Muskelkater hat ihn das schon eingebracht. Und nicht nur das: Sascha Kurth zieht sein Hosenbein hoch. Aufschürfungen an beiden Schienbeinen. „Ich bin da über eine Mäuerchen gestolpert.“ Die Jagd verlangt eben viel ab. Krabby, hinter dem er damals her war, hat er trotz Sturz einfangen können – mit Hilfe einer Himbeere, die er dem Meerestier zur Beruhigung gab.

Nachschub

Zu bremsen ist Sascha Kurth nur, wenn ihm die Bälle ausgehen. Dieser Fall ist jetzt eingetreten – mitten in Bad Rothenfelde. Allerdings ist das kein Problem. An den Salinen bekommt er Nachschub, und zwar an einem Pokestop. „Der ist immer an einem besonderen Ort“, sagt er. Dieses mal ist auf dem Boden vor der Saline ein besonderes Muster zu sehen. Sascha Kurth ist begeistert. „Man entdeckt auch viel Neues in der realen Umgebung“, sagt er. In der virtuellen Welt gibt es aber vor allem auch neue Bälle oder zum Beispiel Tränken, die an die Pokémons verfüttert werden können.

Ein wahrer Freund

Die Jagd kann also nach kurzer Zeit wieder weitergen. Gerade hat der Georgsmarienhütter einen Vogel erwischt. Den schickt er allerdings sofort zu dem Professor, der Pokémons für Sternenstaub kauft. Was der Professort wohl mit den Pokémons macht? Der Blick Sascha Kurths verrät, dass das Personalisieren unbelebter Gegenstände seine Sache nicht ist. Allen anderen sei gesagt: Ihnen geht es gut. Laut der japanischen Comics ist der Professor ein wahrer Freund der kleinen Tiere.


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