Im Bad Rothenfelder Kurpark Was wird aus den Plänen für die Klinikerweiterung?

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Die Mehrzahl der Bürger lehnte die Pläne der Hasselmann-Gruppe für den Anbau der Klinik im Kurpark ganz offensichtlich ab. Nun sollen sie verändert werden. Foto: Architekturbüro Krogmann & TöbbenDie Mehrzahl der Bürger lehnte die Pläne der Hasselmann-Gruppe für den Anbau der Klinik im Kurpark ganz offensichtlich ab. Nun sollen sie verändert werden. Foto: Architekturbüro Krogmann & Többen

Bad Rothenfelde. Es ist ruhig geworden um die Pläne der Klinik im Kurpark, einen 100-Betten-Anbau in den Kurpark zu setzen. Das heißt aber nicht, dass die Pläne vom Tisch sind. Die Firmengruppe Hasselmann hat sich in einer Zeitungsanzeige geäußert. Auch die Bad Rothenfelder Grünen haben sich zu diesem strittigen Thema positioniert. Entschieden werden soll nach der Kommunalwahl im September.

In ihrer Annonce nimmt die Hasselmann-Gruppe Abstand von ihren präsentierten Plänen . „Wir unterziehen unser Vorhaben einer erweiterten Standortsuche und damit verbundenen veränderten Planungsbetrachtungen“, erklärt sie. Weitere Gespräche und Dialoge seien erforderlich. Man wolle das Beste für Bad Rothenfelde und ein gemeinsam getragenes Projekt auf den Weg bringen.

Hinter den Kulissen soll nach Informationen unserer Redaktion, auch im Bad Rothenfelder Rathaus, über eine leicht abgespeckte Version diskutiert werden. Vielleicht reiche es ja auch, statt vier drei Etagen zu bauen.

Klinik hat derzeit 215 Patientenzimmer

So präsentiert sich auch die Anzeige: Die Reha-Klinik habe aktuell 215 Patientenzimmer. Um ihren Erhalt für die nächsten 15 bis 20 Jahre zu sichern, solle sie vergrößert werden, heißt es im Text der Klinik, der sich in Frage- und Antwortform mit dem bereits vorgestellten Plan beschäftigt.

Demnach ist am geplanten neuen Haupteingang der Klinik an der Frankfurter Straße täglich mit zwölf bis 20 Patiententransportern zu rechnen. Zum Medical-Wellness-Konzept wird erklärt: „Der MW-Patient hat durch die angeschlossene Therapieeinheit und das Carpesol in eigener Entscheidungsfreiheit eine Reihe von Wellness-Möglichkeiten, die er nutzen kann.“

Als Nutzen für die Bad Rothenfelder führt die Hasselmann-Gruppe unter anderem die Ansiedlung einer Orthopädiepraxis an: Der Laerer Orthopäde Knut Freudenberg wolle sich in Bad Rothenfelde niederlassen.

Ausführlich beschreibt die Hasselmann-Gruppe den finanziellen Nutzen des ursprünglich geplanten Neubaus, auch den eigenen. So werde der Therapiebereich den Klinikumsatz um 50 Prozent erhöhen, das entspreche einer jährlichen Mehreinnahme von 200000 Euro. Die heimische Bauwirtschaft werde mit einer Investitionssumme von 17 Millionen Euro gefördert.

Gemeinde könne sparen

Die Gemeinde könne Renovierungsarbeiten und Energiekosten im Kurmittelhaus einsparen. Das Carpesol erhalte jährlich einen um 60000 Euro höheren Zuschuss. Die Kurtax-Einnahmen würden steigen. Auch die umliegenden Geschäfte sollen von den Patienten profitieren: Hasselmann setzt dafür eine Summe 700000 Euro im Jahr an.

Die Klinik im Kurpark wolle bis zu 100 neue Arbeitsplätze schaffen. Und das geplante Parkdeck auf dem Freibadparkplatz würde die Parksituation am Wochenende entzerren.

Welche Risiken die Gemeinde eingehe, wenn sie das Bauvorhaben ablehnt, beschreibt Hasselmann so: „Es könnte passieren, dass die Beleg-Krankenkassen andere Häuser bevorzugen, die mehr Patienten aufnehmen können und einen höheren Standard bieten können.“ Die Arbeitsplätze im Therapiebereich des Kurmittelhauses seien „weniger gesichert“. Die Sparkasse könnte plötzlich einen massiven Neubau errichten.

Grüne wollen Denkmalschutz überzeugen

In einer Annonce eines anderen Anzeigenblattes beziehen die drei Mitglieder der Grünen-Fraktion Anna Kebschull, Matthias Beckwermert und Dirk Lange-Mensing Stellung zu Plänen der Hasselmann-Gruppe.

„Grundsätzlich befürworten wir die Weiterentwicklung der Klinik als wichtiger Wirtschaftsfaktor unseres Ortes.“ Es gelte aber, verträgliche Lösungen für Kurort und Kliniken zu finden.

Den ursprünglich vorgestellten Baukörper und eine „städtische Atmosphäre“ lehnen die Grünen ab und raten zu einer Alternative, die die Denkmalschützer bereits abgelehnt haben: einen Klinik-Anbau auf der Rückseite des Westflügels.

Die Grünen meinen: „Hier sollte gegenüber der Denkmalschutzbehörde noch Überzeugungsarbeit geleistet werden.“ Die Hasselmann-Gruppe und der Rat seien nun gefordert, Alternativen zu entwickeln.

Sparkasse nicht dagegen

Zum zunächst von Hasselmann geplanten Abriss und Neubau der Sparkasse hatte Sparkassen-Sprecher Wulf Padecken in Osnabrück vor einigen Tagen auf Anfrage unserer Redaktion erklärt: „Wenn ein Neubau für Kunden, Mitarbeiter und in wirtschaftlicher Hinsicht sinnvoll ist, verschließen wir uns nicht.“


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