270 junge Leute im Media Art Camp Kreativer Umgang mit Medien


Bad Rothenfelde. Jugendliche aus der Region produzierten im „Media Art Camp“ Beiträge in Bad Rothenfelde am Rande der Biennale Lichtsicht 5.

Spielfilme, Dokumentationen, Fernseh-Serien, Internet-Filmchen: Die meisten Menschen konsumieren sogenannte „laufende Bilder“. Wie aber werden sie produziert? Welche Technik steckt dahinter, und wie kann sie eingesetzt werden? Und welchen Einfluss hat das auf unseren Blick auf die Welt? Antworten dazu erhielten rund 270 Schülerinnen und Schüler aus dem Landkreis Osnabrück bei Tagesworkshops im „Media Art Camp“. Ausgewählte Schüler-Beiträge aus diesem Rahmenprogramm zur „Lichtsicht 5 – Projektionsbiennale Bad Rothenfelde“ waren jetzt am Neuen Gradierwerk zu sehen. Die Friedel-&-Gisela-Bohnenkamp-Stiftung in Osnabrück hat das Camp gefördert.

Prinzipien des Sehens

„Wir müssen etwas finden, das sich dreht“, sagt Isabell, während sie sich mit Louis und Chantal im Zentrum von Bad Rothenfelde auf die Suche begibt. Die drei Schüler der Stufe 11 des Gymnasiums Oesede haben eine kleine Kamera dabei, die auf einer drehbaren Platte befestigt ist. So können sie einen sich drehenden Gegenstand filmen, während sich auch die Kamera dreht. Mehr aus Bad Rothenfelde

Damit erzielen sie einen ungewöhnlichen Effekt, denn im Film wird es aussehen, als würde sich die Umgebung bewegen und nicht der Gegenstand. Um Wahrnehmungsmechanismen im Alltag geht es im Workshop von Johannes Langkamp. „Ich möchte die Prinzipien des Sehens auf den Kopf stellen“, erläutert der Videokünstler aus Rotterdam und ergänzt: „Man dreht eine Sache um, und schon hat man einen künstlerischen Ansatz durch einen anderen Blick auf die Dinge.“

Viel Aufwand

Das kommt bei den Schülerinnen und Schülern gut an: „Ich finde es spannend, welche Wirkung die jeweilige Perspektive auf den Betrachter hat“, meint Chantal. Aber mit der Perspektive ändern sich auch andere Ansichten: „Man merkt, wie viel Aufwand das ist“, sagt Louis über die eigene Arbeit beim Drehen und Schneiden eines Beitrags, und Isabell fügt hinzu: „Man achtet viel mehr darauf, wie ein Film gemacht ist.“

„Es geht um den kreativen Umgang mit vorhandenen Medien“, erläutert Hermann Nöring, der Projektleiter der Lichtsicht 5: „Die Schüler können mit dem Erlernten zu Hause weitermachen. Es ist mit einfachen Mitteln möglich. Sie brauchen nur ihr Smartphone oder ihr Tablet.“ Michael Prior, der Geschäftsführer der Bohnenkamp-Stiftung, sagt: „Wir möchten, dass die Jugendlichen lernen, dass sie Medien nicht nur konsumieren, sondern auch selbst aktiv werden können.“ Die Projektionskunst der Lichtsicht sei dazu ein anregendes Umfeld. Die Schülerinnen und Schüler aus Fürstenau, Quakenbrück, Melle, Versmold, Bad Essen und Dissen hatten die Wahl zwischen fünf Workshops: Sie konnten lernen, wie digitale Nachbearbeitung funktioniert und welche Effekte damit erzielt werden können, sie erhielten Einblicke in die Trickfilm-Technik, befassten sich mit Mangas und Storytelling, setzten die Greenscreen-Technik ein, durch die in vorhandenes Filmmaterial unterschiedliche Hintergründe eingeblendet werden können. Und sie befassten sich eben auch mit Kameratechnik.

Abi-Thema

„Film ist ja allgemein interessant, aber es kann auch Abi-Thema werden“, erläutert Louis den Hintergrund der Workshops, die zusammen mit dem Medienzentrum Osnabrück entwickelt wurden. Die Inhalte stehen im Einklang mit den Medien-Curricula der Klassen 5 bis 12. Ausgewählte Kurzfilme des „Media Art Camps“ wurden am Neuen Gradierwerk gezeigt. „Wir freuen uns sehr, dass wir nach einem gelungenen ‚Media Art Camp‘ jetzt die Arbeiten der Schülerinnen und Schüler auch auf dem Gradierwerk präsentieren konnten. Sicherlich war es auch für die Jugendlichen eine tolle Sache, ihre Arbeiten im absoluten Großformat sehen zu können“, meinte Hermann Nöring.


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