Fernbetreuung von Patienten Schüchtermann-Klinik unter den Kunstherz-Pionieren

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Die offizielle Auftaktveranstaltung der deutschen Partner des Projektes Medolution fand jetzt in der Schüchtermann-Klinik statt. Foto: Schüchtermann-KlinikDie offizielle Auftaktveranstaltung der deutschen Partner des Projektes Medolution fand jetzt in der Schüchtermann-Klinik statt. Foto: Schüchtermann-Klinik

Bad Rothenfelde. Eine der zentralen Herausforderungen im Gesundheitswesen ist die individuelle und langfristige Begleitung chronisch erkrankter Menschen. Dazu wurde jetzt das internationale Projekt Medical Care Evolution (Medolution) gestartet, bei dem verschiedene Partner aus Deutschland, Frankreich, Kanada und der Türkei gemeinsam an einer technisch gestützten Fernüberwachung von Patienten arbeiten. Es ist mit 23 Millionen Euro ausgestattet. Die offizielle Auftaktveranstaltung der deutschen Partner des Projektes fand jetzt in der Schüchtermann-Klinik statt.

Das deutsche Teilprojekt, für das die Schüchtermann-Klinik die Leitung übernommen hat, nimmt besonders Patienten mit einem Herzunterstützungssystem, umgangssprachlich auch Kunstherz genannt, in den Fokus.

Dauerlösung

„Aufgrund der Knappheit von Spenderherzen werden heutzutage immer mehr dieser mechanischen Pumpen implantiert, oft auch als Dauerlösung“, erläutert Prof. Dr. Nils Reiss, Projektkoordinator in der Schüchtermann-Klinik. Diese haben das Ziel, Patienten mit einer schweren Herzinsuffizienz wieder ein möglichst normales Leben zu ermöglichen. In der Schüchtermann-Klinik werden die Patienten von der Implantation des Systems bis zur Rehabilitation und Nachsorge umfassend versorgt. Um auch zuhause eine angemessene medizinische Unterstützung zu gewährleisten, ist die Einführung eines IT-gestützten Telemonitorings notwendig.

Weniger Klinikaufenthalte

Das Telemonitoring-System soll neben Funktionen zur Datenerfassung, Vitalwerte- und Alarmüberwachung auch Steuerungsfunktionen zur optimierten Gerätekonfiguration des Herzunterstützungssystems sowie Notfallmaßnahmen enthalten. Durch die Überwachung des Patienten sollen mögliche Probleme früh erkannt, Komplikationen reduziert und erneute Krankenhausaufenthalte vermieden werden. „Patienten müssen seltener zu den routinemäßigen Kontrollen in die Klinik kommen“, so Prof. Dr. Reiss: „Das ist vor allem für die Patienten in ländlichen Gebieten ein Vorteil.“

Optimierung

Im Projekt Medolution werden die softwaretechnischen Voraussetzungen für diese neuartige medizinische Anwendung geschaffen. Hierzu entwickeln die deutschen Projektpartner, zu denen neben der Medizinischen Hochschule Hannover auch IT-Unternehmen und Hochschulen in Nordrhein-Westfalen gehören, sogenannte Big Dependable Systems (BDS). In diesen werden verschiedene Techniken wie Sensoren, Mobilfunk- und Cloud-Dienste sowie Big-Data-Verarbeitungen so vereinigt, dass der Träger eines Herzunterstützungssystems optimal überwacht werden kann.

Pionier

„Diese Form des Telemonitorings ist bislang einzigartig und innovativ, könnte aber langfristig bei ständig wachsenden Patientenzahlen zu einem Standard werden. Daher ist es für den Standort Deutschland von hoher Relevanz, in dieser Pionierzeit maßgeblich mitzuwirken“, sagt Dr. Michael Böckelmann, Geschäftsführer der Schüchtermann-Klinik.

Forschungsmittel

Das deutsche Teilprojekt hat ein Volumen von 4,8 Millionen Euro, wird mit 3,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und läuft bis Ende 2018.


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