SPD-Experte in Bad Rothenfelde Gute Kliniken, schlechte Kliniken: Lauterbach klärt auf

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Gut aufgelegt und informiert: Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Karl Lauterbach informierte in der Reha-Klinik Münsterland über das Krankenhausstrukturgesetz. Foto: Michael GründelGut aufgelegt und informiert: Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD Karl Lauterbach informierte in der Reha-Klinik Münsterland über das Krankenhausstrukturgesetz. Foto: Michael Gründel

Bad Rothenfelde. Mediziner, Pflegekräfte, Parteifreunde: Auf Einladung des SPD-Bundestagsabgeordneten Rainer Spiering informierte sein Fraktionskollege, Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sie in der Klinik Münsterland über die geplante Krankenhausreform. Ein Parforceritt durch die Untiefen der „Weißen Industrie“.

Lauterbach hat den Entwurf für das Krankenhausstrukturgesetz mitformuliert . Und das merkte man. In seinem Vortrag über die größte Krankenhausreform seit der Einführung der Fallpauschalen saßen jedes Wort und jede Zahl.

Lauterbachs Thesen und Aussagen zum Krankenhausstrukturgesetz in Kürze:

- Ein Anlass der Reform war die Tatsache, dass in der Tendenz eher qualitativ schlechte Krankenhäuser Gewinne machen – und umgekehrt. Die Qualitätsunterschiede sind erheblich und können über das Überleben entscheiden.

- Kommunale Krankenhäuser lassen sich leichter schließen als private.

- Wie das Budget ausgegeben wird, entscheiden die Krankenhäuser . Während das eine in zusätzliches Pflegepersonal investiert, setzt das andere lieber auf eloquente, attraktive Ärzte und teures Gerät. Das eine bringt viel für die Außenwirkung und vielleicht auch in die Kasse, das andere nützt jedem Patienten. So oder so habe Deutschland im internationalen Vergleich unterdurchschnittliche Pflegekosten.

- Gerade Krankenhäuser der Grundversorgung, die dringend notwendig sind, kommen mit dem Budget nicht aus. Es deckt die allgemeine Versorgung schlecht, die spezialisierte besser ab. Das führt dazu, dass Krankenhäuser Spezialuntersuchungen und OPs anbieten, die sie nicht gut beherrschen – und die für die Patienten überflüssig sein können.

- Qualitativ gute Krankenhäuser sollen durch sofortige Zuschläge belohnt, schlechte nach einer Gnadenfrist von einem Jahr durch Abschläge „bestraft“ werden.

- Die Qualität der Kliniken und ambulanter Einrichtungen soll veröffentlicht werden.

- Die teure und defizitäre Notfallversorgung soll besser vergütet werden.

- Gleiche Leistungen sollen in den Bundesländern auch gleich bezahlt werden.

- Es soll Anreize zum „Aufforsten“ der Pflege geben. Zusätzliche Investitionen von fünf bis acht Prozent sind geplant. Die Ausbildung soll universalisiert werden, um Wechsel von der Alten- zur Krankenpflege und umgekehrt zu erleichtern.


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