Urweltmammutbaum im Kurpark In Bad Rothenfelde steht ein lebendes Fossil


nde Bad Rothenfelde. Seine graubraune Rinde ist grob zerfurcht, der Stamm gerade gewachsen. Schaut man in den Wipfel, wird einem beinahe schwindelig. Der Urweltmammutbaum (Metasequoia glyptostroboides) im Kurpark am Neuen Gradierwerk in Bad Rothenfelde hat etwas Mystisches an sich und lohnt, näher betrachtet zu werden.

Ansgar Bernatek, seit 26 Jahren Gärtner der Gemeinde Bad Rothenfelde und im Kurpark tätig, weiß Fakten: „23 Meter ist der Baum hoch, sein Stammdurchmesser bei einem Meter Höhe gemessen beträgt 3,25 Meter.“

Urweltmammutbäume gelten als lebende Fossile. Denn erst im Jahr 1941 wurden sie in einer abgelegenen Bergregion Ost-Sichuans in der Volksrepublik China entdeckt. Bis zu diesem Zeitpunkt waren sie nur als Fossilienfunde bekannt. An Originalstandorten in China wächst er in feuchten, schattigen Gebirgslagen in bis zu 1350 Metern Höhe. Heute gibt es wegen massiver Abholzungen nur noch Restpopulationen in den chinesischen Provinzen Sichuan, Hubei und Hunan.

Nur drei Arten weltweit

Seit den 50er Jahren wird der Urweltmammutbaum auch in Europa gern in Parks und Gärten gepflanzt, da er zur anspruchslosesten und frosthärtesten der drei noch existierenden Arten von Mammutbäumen zählt. Die anderen Arten sind der Berg- oder Riesenmammutbaum, der 1852 in der Sierra Nevada (USA) entdeckt wurde und der Küstenmammutbaum (18. Jahrhundert an der Pazifikküste Kaliforniens entdeckt).

Baum kann bis zu 50 Meter hoch werden

Ein Urweltmammubaum kann eine Höhe von bis zu 50 Metern erreichen, das Höchstalter beträgt 420 Jahre. Die Zapfen der Bäume aus der Familie der „Sequoia“ benötigen bis zu 25 Jahre für ihre Reifung.

Wie alt das Rothenfelder Exemplar ist, darauf möchte sich Ansgar Bernatek nicht festlegen: „Die ersten ein bis zwei Jahre nach Pflanzung wächst der Baum nicht in die Höhe, in dieser Zeit ist er erstmal mit der Verwurzelung beschäftigt. Aber grob gesagt, wächst ein Urwelmammutbaum einen Meter pro Jahr.“ Im Herbst verfärben sich seine Nadeln und er wirft sie ab, im Gegensatz zu den anderen beiden, immergrünen Arten.

Mit den Standortgegebenheiten nahe dem Gradierwerk scheint der Baum gut klar zu kommen. „Er steht weit genug weg, sodass ihm das Salz nichts anhaben kann“ erklärt Bernatek.

Kyrill setzte Baum zu

Aber der Orkan Kyrill hat ihm im Jahr 2007 zugesetzt. Als ein anderer Baum vom Sturm umgerissen wurde, krachte er in die Seite des Mammutbaums, sodass Teile abbrachen. Ein großes, schwarzes „Pflaster“ sorgte dafür, dass der Wundheilungsprozess voranging. „Auch in dieser Phase wuchs er nicht in die Höhe, weil er voll und ganz mit dem Wundverschluss beschäftigt war,“ weiß Bernatek.

Insgesamt gibt es vier Mammutbäume im Kurpark zu bestaunen. Ein kleiner ist erst in diesem Jahr gepflanzt worden.