Bad Rothenfelder verurteilt Marihuana an Minderjährigen abgegeben: Geldstrafe

Von Danica Pieper

Cannabis Marihuana mit Wasserpfeife und Joint mit Graß und Aschenbecher Symbolfoto: imago/JuNiArtCannabis Marihuana mit Wasserpfeife und Joint mit Graß und Aschenbecher Symbolfoto: imago/JuNiArt

Bad Rothenfelde/Bad Iburg. Weil er Marihuana kaufte und es gemeinsam mit einem 17-Jährigen rauchte, verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen 22-jährigen Bad Rothenfelder zu einer Geldstrafe von 1200 Euro. Den Minderjährigen konnte das Gericht nicht persönlich vernehmen, da er zurzeit untergetaucht ist.

Der Angeklagte gab zu, gemeinsam mit dem 17-Jährigen in der Wohnung eines Freundes in Bad Rothenfelde Marihuana geraucht zu haben. Er bestand allerdings darauf, dass sein minderjähriger Freund sein Marihuana selbst mitgebracht habe. Der 22-Jährige erklärte, dass es das erste Mal war, dass er Cannabis geraucht habe: „Ich bin Nichtraucher.“ Die Droge habe er geschenkt bekommen und nur ausprobieren wollen. Der ebenfalls 22-jährige Gastgeber erklärte, dass der Angeklagte und der 17-Jährige ihn spontan besucht hätten und man gemeinsam mit einer Bong-Wasserpfeife Marihuana geraucht habe. Er wisse nicht mehr genau, wer die Droge mitgebracht habe, man habe aber nicht den Inhalt verschiedener Tütchen gemischt.

Alkoholisiert

Die Ermittlung ins Rollen gebracht hatte die Freundin des Gastgebers, die die Polizei über das gemeinsame Rauchen informierte. Vor Gericht konnte sie sich jedoch nicht mehr daran erinnern. Sie sei an dem Abend stark alkoholisiert gewesen. Der 17-Jährige war zwar als Zeuge geladen, erschien aber nicht. Die Polizei erklärte, dass er sich abgesetzt habe, da er unter anderem wegen seiner Drogenabhängigkeit in eine Klinik eingewiesen werden sollte.

Durchsuchung

Ein Polizist aus Dissen sagte aus, dass die Freundin des Gastgebers in der Dienststelle angerufen habe, weil in der Wohnung ihres Freundes Drogen verkauft würden. Gesehen habe sie es aber nicht. Der Beamte und sein Kollege durchsuchten daraufhin den Angeklagten und den 17-Jährigen, fanden zunächst aber nichts. Wie sie dann von der Freundin erfuhren, seien die beiden zuvor weggelaufen und hätten etwas in einem nahegelegenen Park versteckt. Daraufhin legte sich eine Zivilstreife im Park auf die Lauer, bis die beiden jungen Männer nach ihrer vermeintlichen Entlassung durch die beiden anderen Polizisten dorthin zurückkehrten, um einen Rucksack abzuholen. Nachdem der 22-Jährige zunächst floh, konnten die Zivilbeamten ihn festhalten. In seinem Rucksack fanden sie zwei leere Tütchen sowie eine Tüte mit weniger als einem Gramm Marihuana. Bei der Polizei habe der 17-Jährige später ausgesagt, dass der Angeklagte das Marihuana mitgebracht habe.

120 Tagessätze

Die Staatsanwältin sah den Tatvorwurf bestätigt und forderte eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten sowie 100 Stunden gemeinnützige Arbeit. Der Verteidiger des 22-Jährigen sah keine Beweise dafür, dass sein Mandant das Marihuana wirklich weitergegeben hatte. Er forderte in diesem Punkt Freispruch. Der Richter war überzeugt, dass der Angeklagte das Marihuana mitgebracht und weitergegeben hatte, wobei er es zumindest billigend in Kauf nahm, dass sein Freund noch minderjährig ist. Da dieser jedoch bereits drogenerfahren sei und es sich um eine äußerst geringe Menge handelte, ging er von einem minderschweren Fall aus. Er verurteilte den Bad Rothenfelder zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je zehn Euro.