Unvergessliche Lieder Stilvolle Hommage an Udo Jürgens in Bad Rothenfelde

Das musikalische Lebenswerk von Udo Jürgens würdigten (von links)Chansonnier Jochen Röhricht, Violinist Janusz Bulka, Tenor Christoph Alexander und Saxofonist Marek Zippel (nicht im Bild). Foto: Petra RopersDas musikalische Lebenswerk von Udo Jürgens würdigten (von links)Chansonnier Jochen Röhricht, Violinist Janusz Bulka, Tenor Christoph Alexander und Saxofonist Marek Zippel (nicht im Bild). Foto: Petra Ropers

Bad Rothenfelde. Seine Musik begleitete Generationen: Udo Jürgens verkaufte über 105 Millionen Alben, schrieb mehr als 1000 Lieder, von denen sich viele unauslöschlich im kollektiven Gedächtnis verankert haben. Mit einer musikalischen Hommage erinnerten Tenor Christoph Alexander und Chansonnier Jochen Röhricht an den im vergangenen Jahr verstorbenen Entertainer.

Und dazu beschränkten sie sich am Ostermontag nicht auf ein einfaches „Best of“ seiner größten Hits. Für die vielen Besucher im Haus des Gastes gruben sie vielmehr tief in der Schatzkiste des Stars. Selten gehörte Perlen aus Udo Jürgens‘ reichhaltigem Liederalbum, kleine Anekdoten aus seinem Leben und kurze Ausschnitte aus zum Teil 50 Jahre alten Originalaufnahmen verbanden sich dabei zu einer tief empfundenen Würdigung eines beeindruckenden Lebenswerkes.

Die Auswahl der Lieder sei ihnen nicht leicht gefallen, räumten Christoph Alexander und Jochen Röhricht ein. Solo oder im Duett, wirkungsvoll schlicht mit reiner Klavierbegleitung oder mit Keyboard-produziertem Orchestersound präsentierten sie Nachdenkliches und Heiteres, große Hits und kleine Schätze. Als musikalische Gäste bereicherten Marek Zippel am Saxofon und Violinist Janusz Bulka die Hommage, die sich vor allem im ersten Teil nicht scheute, auch ein wenig Melancholie zuzulassen – mit „Nur ein Lächeln“ etwa, das Jochen Röhricht empfindsam am Flügel darbot.

Gefühlvolle Einwürfe der Violine unterstrichen die ruhige Melodie von „Was ich dir sagen will“ , das Alexander und Röhricht im deutsch-englischen Duett darboten. Der eine war – zumindest im gleichnamigen Hit – noch niemals in New York. Der andere setzte ebendieser Stadt ein musikalisches Denkmal. Durch Alexander und Röhricht gingen Udo Jürgens und Frank Sinatra beim Liederabend eine gelungene Verbindung ein. Ein launiges, von Saxofonist Marek Zippel bereichertes Swing-Medley mit Hits wie „Schenk mir noch eine Stunde“ oder „Bleib doch bis zum Frühstück“ rundete den ersten Konzertteil ab.

Mit spritzigen Gute-Laune-Melodien wie „Paris, einfach nur so zum Spaß“ oder „Ich weiß, was ich will“ ging es in den zweiten Teil. Und der verwandelte das Publikum für „Griechischer Wein“ gleich in eine begeistert agierende Rhythmusgruppe. Einen ganzen Koffer voller Instrumente verteilte Marek Zippel dazu in den Stuhlreihen, bevor seine eigene Instrumental-Komposition nach einem Motiv von Udo Jürgens für einen swingenden Akzent sorgte.

Kritische Verbundenheit prägte Udo Jürgens‘ musikalische Gedanken über das „Lieb Vaterland“ . Natürlich durften zur Hommage auch die größten Kult-Hits des Entertainers nicht fehlen. Ob „Ein ehrenwertes Haus“ , „Aber bitte mit Sahne“ oder „Mit 66 Jahren“ – seine Lieder bleiben unvergessen. Und so bleibt am Ende nur eins zu sagen und zu singen: „Merci!“


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