Zukunft liegt in der Pflege Haus Schlüter in Bad Rothenfelde will erweitern

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Bad Rothenfelde. Immer mehr Menschen werden immer älter. Wer soll sie betreuen und wo? Im Bad Rothenfelder Bauausschuss sind gleich zwei Modelle aufs Tapet gewandert. Während die letzte Hürde für die Seniorenresidenz am Salzbach genommen wurde, stellte Jochen Schlüter erste vage Ideen vor. Der Betreiber des Bad Rothenfelder Alten- und Pflegeheims Haus Schlüter will mittelfristig anbauen, Schwerpunkt: Demenz.

Jeder vergisst auf seine Weise. Wie kann man demenzkranken Menschen am besten gerecht werden? Eine einfache, einheitliche Lösung gibt es wohl nicht. „Wir wollen in Zukunft gern verschiedene Wohnformen für demenzkranke Menschen anbieten“, sagte Jochen Schlüter, Betreiber des Alten- und Pflegeheims Haus Schlüter, der mittelfristig erweitern will. „Aber nichts Massives“, betonte er im Bauausschuss. „Wir sind eine ländliche Einrichtung, und das wollen wir auch bleiben.“ Es gehe ihm zunächst um Planungssicherheit, um flexibel auf die Erfordernisse in der Pflege reagieren zu können.

Momentan leben 101 Bewohner in der Einrichtung an der Ulmenallee mitten im ländlichen Idyll Bad Rothenfeldes – Alte und Kranke, geistig und körperlich behinderte Menschen, die, die dement sind, und die, die es nicht sind. Das soll auch so bleiben. Das bisherige Angebot könnte aber ergänzt werden: „Wir wollen auch ambulante Betreuung möglich machen“, sagte Schlüter – etwa mit Blick auf die Nachtpflege. Derzeit sind alle Bewohner stationär untergebracht. Die Nachfrage nach ambulanten Angeboten steige, ebenso die Möglichkeit, von der Pflegeversicherung dafür Zuschüsse zu bekommen. „Wer hier zunächst ambulant betreut wird, könnte in den stationären Bereich wechseln, wenn es erforderlich ist“, ergänzte Jenny Schlüter die Idee eines weichen Übergangs.

Was genau gebaut werden soll, ist offen. In einem zusätzlichen Flügel könnte ein Pflegebereich entstehen, im bestehenden Altbau kleine Appartements. Zusätzlich sei eine Betriebsleiterwohnung angedacht, nannte Schlüter vage Ideen. Zuletzt hatte der Familienbetrieb im Juni 2012 seine Einrichtung um einen 3,6 Millionen Euro teuren Neubau für vier Wohngruppen mit je zwölf Plätzen erweitert.

So, wie die Baugrenzen in den Vorentwürfen gezogen sind, ist vieles möglich: „So könnte weit über den Bestand hinaus erweitert werden“, machte Carl Bohlmann (CDU) deutlich. Das muss nicht unbedingt sein. Der Ausschuss einigte sich darauf, dass die Vorentwürfe bezüglich der Baugrenzen noch einmal überarbeitet werden sollen. Ausgleichsmaßnahmen auf dem Gelände, etwa bei den Fischteichen, kann sich Schlüter gut vorstellen. Bevor es allerdings um den Ausgleich gehen kann, muss klar sein, was überhaupt ge- und bebaut wird.

Seniorenresidenz

Auch die Seniorenresidenz am Salzbach, ein Projekt des Investors Jens Hasselmann, wanderte im Ausschuss auf die Tagesordnung. Der Startschuss für die Bauarbeiten rückt näher, denn der Ausschuss empfiehlt den Satzungsbeschluss einstimmig. Nun müssen nur noch Rat und Landkreis grünes Licht geben. Neben einem Seniorenpflegezentrum mit 44 Pflegezimmern und 27 Wohnungen für betreutes Wohnen sollen vier barrierefreie Häuser mit je acht Wohnungen gebaut werden – „südlich der Hannoverschen Straße“: Von Zufahrten über Geh- und Radwege, Parkmöglichkeiten bis zu den Wendemöglichkeiten für die Müllabfuhr haben Planer, Verwaltungsmitarbeiter und Politiker das Gebiet en détail unter die Lupe genommen. „Bis jetzt ging das relativ zügig“, sagte Vorsitzender Franz-Josef Albers (SPD). Die Pflege ist auf dem Vormarsch.


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