Schunkeln bis zur Seekrankheit Shantychor ankert in Bad Rothenfelde

Der Osnabrücker Shantychor war jetzt zu Gast in Bad Rothenfelde. Foto: Danica PieperDer Osnabrücker Shantychor war jetzt zu Gast in Bad Rothenfelde. Foto: Danica Pieper

Bad Rothenfelde. Auch das Jahr 2014 endete in Bad Rothenfelde maritim: Der Shantychor Osnabrück ging im Haus des Gastes vor Anker und begeisterte die etwa 120 Zuschauer mit traditionellen Seemannsliedern und launigen Ansagen.

Nachdem im vorvergangenen Jahr die Sänger der Marinekameradschaft Bünde die Zuschauer mit maritimem Liedgut auf den Jahreswechsel eingestimmt hatten, gab diesmal der Shantychor Osnabrück im Haus des Gastes sein Jahresabschlusskonzert. Für die Musiker war es bereits der zweite Auftritt in Bad Rothenfelde in 2014, mit dem Ergebnis, dass Moderator Bernd Klemtz die Gäste nur allzu bekannt waren und er nicht mit Komplimenten geizte: „Wie fühlen uns sauwohl hier. Ihr seid unser Lieblingspublikum!“ Warum das so ist, erklärte er auch gleich: „Hier sitzen nur gut aussehende Frauen.“ Seemannsgarn? Die Besucher waren jedenfalls angetan.

Den Auftakt machte „Leise kommt die Nacht“, denn man wolle Weihnachten nicht so abrupt abbrechen, wie Klemtz erklärte. Danach war es jedoch schnell vorbei mit der Besinnlichkeit: Bei einem „Potpourri der guten Laune“ sangen sich Chor und Publikum durch diverse Shantyklassiker, bevor es mit „In Johnnys Kneipe“ ebenso feuchtfröhlich weiterging. Bei ihrer musikalischen Reise über die sieben Weltmeere setzten die rund 20 Sänger und ihre sechsköpfige Band vor allem auf volkstümliches Liedgut aus dem hohen Norden, aber auch einige internationale Titel waren dabei, wie das irische „Whiskey in the Jar“ oder das bahamaische „Sloop John B“. Bei den Zuschauern kam besonders gut das plattdeutsche „Wo de Nordseewellen“ an, bei dem sie mit einstimmten und sich schunkelnd in den Armen lagen.

Um eine Zugabe musste der voll besetzte Saal nicht lange betteln, im Gegenteil: Nachdem die Sänger beim Frühjahrskonzert ihre Taxis erwischen mussten und keine Zeit für eine zusätzliche Nummer blieb, versprach Klemtz den Zuschauern bereits vor der Pause die Wiedergutmachung. So beendete schließlich, wie von den Gästen gewünscht, „Lili Marleen“ das 90-minütige Konzert, bevor Chor und Publikum gut gelaunt wieder in See stachen.


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