Alte Anlage marode Gemeinsamer Skatepark für Dissen und Rothenfelde?

Von Anne Spielmeyer

Die alte Skate-Anlage im Bad Rothenfelder heristo-Park müsste eigentlich gesperrt werden. Foto: Anne SpielmeyerDie alte Skate-Anlage im Bad Rothenfelder heristo-Park müsste eigentlich gesperrt werden. Foto: Anne Spielmeyer

Bad Rothenfelde. Wer die Skate-Fläche im Bad Rothenfelder heristo-Park betritt, merkt schnell: Hier ist mehr als eine Schraube locker. Kann es einen neuen, interkommunalen Park geben?

„Die beiden Rampen für Skater müssten eigentlich abgesperrt werden“, zeigte Torsten Richter, Leiter der Finanzabteilung, im Jugendausschuss den maroden Zustand der Anlage auf. Die Jugendlichen, die nachmittags aufs Skateboard steigen und sich neue Rampen wünschen, sind an diesem Abend nicht gekommen. „Es ist ihnen aber sehr wichtig“, betonte Torsten Richter, der ihr Anliegen vorbrachte. Eine Unterschriftenliste mit Stimmen von 27 Jugendlichen aus Dissen und Bad Rothenfelde gebe es bereits.

Unsichere Anlage

„Die Anlage im heristo-Park ist zu klein. Und sie ist nur für Skater, nicht für BMX-Räder geeignet“, gibt Richter die Anregung der Jugendlichen weiter. Entscheidender als der Wunsch nach einer modernen Anlage scheint jedoch der nach Sicherheit: Schrauben seien locker, Metallteile stünden vor, oft lägen Scherben auf dem Gelände. Nicht selten würden kleine Kinder die Rampe als Rutsche nutzen. „Die Unfallgefahr ist momentan größer als der sportliche Nutzen“, so Richter. „Die Anlage ist eine Nullnummer“, bestätigte Jugendpflegerin Iris Behmerburg-Olbricht. Hauptamtsleiter Karl-Wilhelm Twelkemeyer gab zu bedenken, dass die Jugendlichen momentan häufig mit ihren Longboards durch den Kurpark fahren: „Wenn da mal so ein Board wegschießt, ist die Verletzungsgefahr groß.“ Die Skater brauchen Raum und sichere Geräte, darin bestand Konsens.

Gemeinsamer Skatepark mit Dissen?

Erste Gespräche wurden bereits mit der Stadt Dissen geführt. Dabei entstand die Idee eines interkommunalen Skateparks, der zum Beispiel am Dissener Bahnhof eingerichtet werden könnte, so Richter. Roswitha Eggert (Grüne) begrüßte die Idee eines Gemeinschaftsprojektes. „Wir sollten die Jugendlichen dann aber von Anfang an mit ins Boot nehmen“, betonte sie. „Die Anlage sollte auf jeden Fall im Nahbereich zwischen Dissen und Bad Rothenfelde aufgestellt werden“, betonte Michael Janböke (CDU). Neben dem Dissener Bahnhof wurde der Palsterkamp ins Gespräch gebracht. Das alles ist noch Zukunftsmusik. Ausschuss-Vorsitzende Imke Panajotow-Pilz (FDP) regte an, einen Skatepark zu besichtigen, um ein besseres Bild entwickeln zu können.

Ilek-Gelder?

In Dissen soll die Idee eines interkommunalen Parks nun auch in den Ausschüssen besprochen werden, berichtete Richter. „Vielleicht können für dieses kommunenübergreifende Projekt auch Ilek-Gelder gewonnen werden“, gab er zu bedenken. Derzeit bringen die sechs Südkreis-Kommunen in einem ersten Schritt ein Konzept auf den Weg, mit dem sie sich gemeinsam um das Integrierte ländliche Entwicklungskonzept (Ilek) bewerben. Ob tatsächlich Fördergelder fließen werden, ist also noch offen. Die Preise für Skate-Anlagen variieren und beginnen im vierstelligen Bereich. „Die Jugendlichen wollen keine Riesenanlage“, betonte Behmerburg-Olbricht. „Einen Skatepark für eine halbe Millionen Euro – wie in Osnabrück angedacht – schwebt uns aber nicht vor“ , betonte Richter lachend.