Lieber ergänzen als konkurrieren Bad Rothenfelde zu Bad Laers Plänen fürs Therapiebad

Von Stefanie Adomeit

Klaus Rehkämper
            

            

              
              Foto: Archiv/SeilerKlaus Rehkämper Foto: Archiv/Seiler

Bad Rothenfelde. Vor einem guten Jahr hat Bad Rothenfelde sein Carpesol eröffnet. Bad Laer folgt Anfang nächsten Jahres mit seinem neuen Solevital. Fördergelder flossen für beide. Dafür mussten sie im Rahmen eines Masterplans ihre Angebote abstimmen. Nun schwimmt Bad Laer aus der Reihe, will sein Solebad trotz Neubaus behalten und sagt: Das machen wir nur, weil sich Bad Rothenfelde nicht an Absprachen hält. Und was sagt Rothenfelde dazu?

Ausgangspunkt des Bäderzanks sind die Kurse , auf denen das Marketingkonzept der Bad Laerer beruht. Hier heißen sie Therapiekurse. Bad Rothenfelde setzt dagegen auf Wellness ohne Rezept. Seit einigen Monaten aber bietet auch Rothenfeldes Carpesol Kurse an. „Das Konzept beruht auf Wellness und Spa. Wir wollen die Selbstzahler. Deshalb bieten wir relativ wenige Kurse an, und das vor allem zu Schwachlastzeiten.“ Die Therapiekurse fänden wie eh und je im Kurmittelhaus statt. Dennoch sei die Kritik des Nachbarn Bad Laer „ein Stück weit nachvollziehbar“.

Dass Bad Laer sein sogenanntes Soletherapiebad, ein Bad zum Planschen und Entspannen, behalten möchte, erfreut Bad Rothenfeldes Bürgermeister nicht. Rehkämper: „Wir sind Nachbarn mit dem gleichen ortsgebundenen Heilmittel, die einen ruinösen Wettbewerb vermeiden sollten“, erst recht, wenn dieser zum Teil mit Steuergeldern geführt werde.

Rehkämper erinnerte daran, dass das Hallensolewellenbad um die 130000 Besucher im Jahr gehabt habe. Als das Bad geschlossen wurde, habe Bad Rothenfelde die Badegäste gerne ans Bad Laerer Solehallenbad verwiesen. Bad Laer habe davon sicherlich profitiert, wie die dortigen Besucherzahlen zeigten. 30000 bis 40000 Besucher mehr würden nun aber auch der Badeebene des Carpesol guttun. Schließlich sei der Zwei-Stunden-Badetarif ein Umsatzbringer. „100 Gäste mehr pro Tag können wir locker verkraften.“

Die Rothenfelder Therme sei auf der Basis des Masterplans des Tourismusverbandes für das Osnabrücker Land entwickelt worden. Das Carpesol sei darin als Anziehungspunkt für alle drei Südkreis-Kurorte vorgesehen. „Dafür werden andere Angebote in Bad Rothenfelde wie unser Kurhaus nicht gefördert.“ Obwohl dieses für Kulturveranstaltungen des gesamten Südkreises genutzt werde.

Das Carpesol sieht Rehkämper auf einem guten Weg . Der Pro-Kopf-Umsatz sei sehr gut, die Besucherzahl steige spürbar an. Im Vergleich des Spa-Bereichs im Zeitraum Juli bis September des Eröffnungsjahres 2013 mit dem gleichen Zeitraum in diesem Jahr habe sich der Umsatz von 6000 Euro auf das Drei- bis Vierfache gesteigert. „Wir hoffen auf 250000 Besucher im Jahr.“ Schließlich habe das alte Hallensolewellenbad in guten Zeiten auch schon über 200000 Gäste gehabt.

„Wir möchten eine gute Nachbarschaft zu Bad Laer“, beteuert Rehkämper. „Ich habe mich nicht einzumischen, federführend für die Vergabe der Fördergelder ist das Wirtschaftsministerium, aber ich finde, die drei Bäder im Südkreis sollten sich ergänzen.“ Nicht jeder könne alles machen.