Engpässe in der Grundschule Bad Rothenfelde: In der Betreuung wird es eng

Von Anne Spielmeyer

Bis zum späten Nachmittag spielen hier 27 Kinder. Insgesamt kommen täglich 54 in die Betreuung in der Grundschule. „Mehr können wir nicht aufnehmen“, sagen Iris Behmerburg-Olbricht (links) und Michaela Winter.Foto: Anne SpielmeyerBis zum späten Nachmittag spielen hier 27 Kinder. Insgesamt kommen täglich 54 in die Betreuung in der Grundschule. „Mehr können wir nicht aufnehmen“, sagen Iris Behmerburg-Olbricht (links) und Michaela Winter.Foto: Anne Spielmeyer

Bad Rothenfelde. Immer mehr Familien nutzen das Angebot der Nachmittagsbetreuung in der Grundschule Bad Rothenfelde. Nicht ohne Folgen: „Wir sind voll“, sagte Iris Behmerburg-Olbricht, Vorsitzende des Fördervereins für Nachmittagsbetreuung, im Schulausschuss. Auch in den Ferien können künftig nicht mehr alle Kinder betreut werden. „Es muss etwas passieren“, sagte sie und forderte konkret Personal und Räume.

Die ersten Lerngruppen weichen auf den Flur aus. Täglich nutzen bis zu 54 Kinder die Nachmittagsbetreuung in der Grundschule Bad Rothenfelde, 27 Kinder bleiben bis 16 Uhr. Die Schule ist keine Ganztagsschule, der Förderverein organisiert das Angebot. „Wir platzen inzwischen aus allen Nähten“, sagte Behmerburg-Olbricht . Denn 16 Erstklässler sind im Sommer in die Betreuung aufgenommen worden, nur sieben Viertklässler hingegen haben sie verlassen. Die steigende Kinderzahl zwingt den Verein mit vier Betreuerinnen momentan zum Aufnahmestopp.

„In den Kindergärten ist die Ganztagsbetreuung möglich. Eltern gehen deshalb auch bei der Schule von diesem Angebot aus“, erklärt Behmerburg-Olbricht. Bisher hatte das auch geklappt. Jetzt wird es eng: „Die Kollegen machen Überstunden. Wir bräuchten zwei Halbtagskräfte mehr.“ Im kommenden Schuljahr werde sich die Lage nicht entspannen, 15 neue Schüler werden erwartet. „Wir brauchen Räume in unmittelbarer Nachbarschaft, in denen die Kinder spielen können“, streift die Vereinsvorsitzende ein weiteres Problem. Die Klassenräume seien zwar für die Hausaufgaben geeignet, nicht aber für das Toben danach.

Auch die Ferienregelung bleibt vom Kinder-Boom nicht unberührt. Bislang konnten alle Grundschulkinder, die wollten, in den Ferien betreut werden. Das geht unter diesen Bedingungen nicht mehr. Der Vorstand hat sich klar positioniert: „Wir nehmen nur noch Kinder in den Ferien auf, die sonst auch nachmittags kommen“, sagte Behmerburg-Olbricht. Ein Blick auf die zurückliegenden Herbstferien zeigt, dass diese Regel einige Familien treffen wird. Denn nur die Hälfte der 40 Ferien-Kinder vom Oktober kommt sonst in die Nachmittagsbetreuung.

„Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“, nannte Behmerburg-Olbricht eine Lösung, die greifen wird, wenn sich nichts tut. „Wir sind in der Verpflichtung, etwas zu tun. Wir können nicht die Zeitung aufschlagen und lesen: Bildung, Bildung, Bildung. Und hier vor Ort stellen wir sie hinten an“, betonte Ausschussvorsitzende Imke Panajotow-Pilz (FDP) und spielte den Ball an die Verwaltung. „Wir müssen was tun“, bestätigte Karl-Wilhelm Twelkemeyer. Räumlich wie personell sollen nun Optionen geprüft werden. „Noch in diesem Jahr dürfte es ein Ergebnis geben“, hieß es.