Stiller Wirker für den Kurort Bad Rothenfelde trauert um Dr. Martin Bauer

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Gutes Team: Martin Bauer (rechts) und Dirk Lange-Mensing haben das Salinenarchiv aufgebaut. Dieses Foto war ein Lieblingsbild Martin Bauers.Foto: Archiv/SchneiderGutes Team: Martin Bauer (rechts) und Dirk Lange-Mensing haben das Salinenarchiv aufgebaut. Dieses Foto war ein Lieblingsbild Martin Bauers.Foto: Archiv/Schneider

Bad Rothenfelde. Es war ein stiller Abschied für einen stillen Wirker. Mit Wissen und Inbrunst hatte sich Dr. Martin Bauer in den vergangenen 16 Jahren an vielen Schauplätzen für Bad Rothenfelde eingesetzt, im Musikverein, im Förderverein für die Gradierwerke, im Heimatmuseum und mit großem Elan beim Aufbau des Salinenarchivs. Nun ist er im Alter von 78 Jahren verstorben.

Bauer, der Name hat im Kurort einen guten Klang. Martin Bauers Großvater war der renommierte Badearzt Dr. Alfred Bauer. Bis heute erinnert die Gemeinde in dem von Alfred Bauer sen. und seinem Sohn Alfred Bauer jun. 1944 gegründeten Heimatmuseum an den Mediziner. Auch Martin Bauer engagierte sich als Vorsitzender des Stiftungsrates für das Heimatmuseum, in dessen Dachkämmerchen er mit großer Ausdauer und Akribie jahrelang wichtige Unterlagen archivierte.

Dieses Kämmerchen war der Ursprung des auf der Sammlung Gerhard Ohlhoffs beruhenden, heutigen Salinenarchivs im Kurhaus, das Martin Bauer gemeinsam mit Dirk Lange-Mensing, Klemens Winter, Reinhard Peters, Uwe Rehage, Ulrich Dreyer und anderen vor drei Jahren begründet hat. Schnell kam in den undurchdringlichen Dokumentendschungel ein digitales System. Folgerichtig, dass Martin Bauer auch an der Festschrift zum 200. Badjubiläum mitwirkte.

Doch er war nicht nur an der Ortsgeschichte interessiert. Als Kassenwart setzte er sich für die Zukunft des Fördervereins für die Gradierwerke ein, im Kur- und Verkehrsverein verwaltete er als Schatzmeister die Finanzen.

Seine große Liebe galt der Musik. Im Musikverein wirkte er als zweiter Vorsitzender an der Organisation hochkarätiger Konzerte mit. Umso trauriger war er 2006, als der Verein sein kulturelles Angebot nach 32 Jahren aufgeben musste. Karlhans Simnoch, der damalige erste Vorsitzende, erinnert sich gerne an die „von Sachkenntnis und Hingabe getragene, angenehme Zusammenarbeit“ und daran, dass Martin Bauer nicht nur selbst Geige spielte, sondern sich sogar das Geigenbauen angeeignet hätte.

Auch die gemeinsame Arbeit mit Dirk Lange-Mensing im Salinenarchiv wurde von klassischen Klängen begleitet. „Über ihre Umsetzung diskutierte er gerne mit mir bei einer Tasse Früchte-Tee, den er von zu Hause mitbrachte. Besonders gerne hörte Martin Bauer Werke von Bach und Mozart.“

Im Salinenarchiv hinterlässt Martin Bauer eine große Lücke. „Er hat sich vorrangig um das Presse-Archiv gekümmert und empfand es als bereichernd, mit Menschen in Kontakt zu treten, die im Archiv nach ihrer persönlichen Geschichte gesucht haben – beispielsweise ehemalige Kinderheimkinder .“ Vor allem seine den Menschen zugewandte Art schätzte Lange-Mensing – die sich aber auch auf Vierbeiner bezog. Martin Bauer habe eine große Liebe zu seinem Dackel Agi gehegt, erinnert sich Lange-Mensing.

Dass Gemeinde und Bad Rothenfelder Interessengemeinschaft (BRIG) den beiden Hobbyhistorikern und allen Interessierten die Räume im Kurhaus für das Archiv überlassen hat, habe Martin Bauer sehr gefreut, erzählt Dirk Lange-Mensing. „Er sah darin eine positive Wertschätzung unserer Arbeit und des Archivs im Gemeindeleben.“

Die Gemeinde dankt Martin Bauer in ihrem Nachruf für seinen ehrenamtlichen Einsatz, „wichtige Dokumente und Güter der Zeitgeschichte unserer Gemeinde zu sammeln und zu pflegen, um sie als historisches Kulturgut zu bewahren.“


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