Mit Schwung durch die Kurve Viel los beim Carrera-Renntag in Bad Rothenfelde

Von Carolin Hlawatsch


Bad Rothenfelde. Da flitzten sie, die kleinen Rennautos, auf der „Ashville Raceway“, einer Carrerabahn mit mehr als 100 Metern Schienenmaterial im Hallen-Renncenter in Bad Rothenfeldes Ortsteil Aschendorf. Vor zehn Jahren legte eine Gruppe von Carrera-Enthusiasten, die sich heute „Slot Racing Interessengemeinschaft Teutoburger Wald (SRIG-Teuto)“ nennt, diese Bahn an und feierte das Jubiläum jetzt mit einem großen Carrera-Renntag.

„Heute können Besucher die Bahn einfach mal ausprobieren“, so Andreas Lippold von der SRIG-Teuto . Dieses Angebot wurde gut angenommen und zahlreiche Teilnehmer wetteiferten beim Publikumsrennen. Beim abschließenden Finale errang Mario Broksch aus Bad Essen-Rabber Platz eins. Auf Platz zwei schaffte es Thorsten Brinkmann aus Gütersloh und über den dritten Platz freute sich Hermann Stegemann aus Tecklenburg.

Einige Gäste brachten ihre eigenen Autos mit, so wie Daniel Ortmeier, der auch Mitglied der Interessengemeinschaft ist: „Ich gehöre ja noch zur Carrera-Generation. Als Kind liebte ich diese Autorennen. Durch meinen Sohn Jan, der inzwischen aber schon 19 ist, wurde das Hobby wieder zum Leben erweckt.“ So wie Daniel Ortmeier geht es vielen Vätern. Anfang der 80er Jahre sei der große Boom mit den kleinen Rennbahnen abgeflaut, weil die ersten Videospiele aufkamen, mit denen man Autorennspaß ohne großen Platzbedarf erleben konnte. Heute haben Carrera-Bahnen Kult-Status und Jung und Alt vergnügen sich an ihnen. „Sogar mein 84-jähriger Onkel Alfons aus Belm steht hier an der Bahn und hat mächtig Spaß“, berichtete Andreas Lippold.

Gefahren werden Fertigmodelle im Maßstab 1:32. Experten wie die Mitglieder der SRIG-Teuto bauen ihre Rennautos in einem Maßstab von 1:24 selbst und nehmen damit an Rennveranstaltungen in ganz Deutschland und im Ausland teil. Sie sprechen auch nicht von Carrera- sondern von „Slot-Bahnen“. Der Begriff „Slot“, übersetzt „Schlitz“, verdeutlicht den Aufbau der Rennbahnen, die auch von anderen Herstellern als der Firma Carrera produziert werden. Die Autos werden auf der Bahn durch einen Schlitz geführt. Die Stromversorgung erfolgt über zwei Stromleiter rechts und links vom Schlitz. Bei geschicktem Bedienen können die Autos eine Geschwindigkeit von bis zu 20 Stundenkilometern erreichen. So flog manch einer der Flitzer beim Carrera-Renntag auch aus der Kurve. Schnell waren die Organisatoren zur Stelle und setzten das Gefährt wieder auf die Spur, damit das Rennen weiter gehen konnte.

Warum die Bahn denn eigentlich „Ashville Raceway“ heiße, wollten Besucher wissen. „Ashville ist die dynamisch klingende, amerikanische Version von Aschendorf, dem Ortsteil in dem die Bahn steht“, klärte Lippold auf. Zusammen mit der Interessengemeinschaft freute er sich, dass beim Carrera-Renntag neue Leute für das Hobby begeistert werden konnten.

Doch nicht nur jetzt bot sich die Gelegenheit zum Autorennen im Miniaturformat. Jeden Mittwoch von 18 bis 22 Uhr ist die Rennhalle im Ortsteil Aschendorf in der Straße „Im Dorf 6“ für Gäste geöffnet. Für unbegrenztes Fahrvergnügen zahlen Erwachsene dann 7,50 Euro, Kinder 4 Euro.