Tschüss, Franz-Josef Strauch Feierlicher Abschied von Glandorfs Bürgermeister

Von Anne Spielmeyer

Den Abschied von Franz-Josef Strauch und seiner Frau Margret (Mitte) begleiteten Landrat Michael Lübbersmann , Willi Micke (SPD), Sebastian Gottlöber (UWG), Hubert Pöhler (CDU) und Bürgermeister Klaus Rehkämper (v.l.). Foto: SeilerDen Abschied von Franz-Josef Strauch und seiner Frau Margret (Mitte) begleiteten Landrat Michael Lübbersmann , Willi Micke (SPD), Sebastian Gottlöber (UWG), Hubert Pöhler (CDU) und Bürgermeister Klaus Rehkämper (v.l.). Foto: Seiler

Glandorf. A Cappella-Gesang der Lehrer, eine Medaille und Grüße aus Amerika: Viel mehr Anerkennung kann nicht in die Verabschiedung eines Bürgermeisters passen. Franz-Josef Strauch ist in der Gaststätte Plocksaugust verabschiedet worden – mit stehenden Ovationen.

„Einen Tag nur möchte ich so gut gewesen sein, wie mir heute Abend nachgesagt wurde“, sagte Strauch mit Blick auf die vielen netten Reden. „Wenn so viel Positives über jemanden gesagt wird, ist derjenige, den es betrifft meistens nicht mehr in der Lage zuzuhören, sondern liegt in etwas Hölzernem vor uns“, sagte Strauch. „Ich hab mich gekniffen: Ja, Alter, Du lebst noch.“ Strauch hat die acht Jahre im Amt nicht nur überlebt, sondern gelebt, machen die Redner klar.

Ein Gruß per T-Shirt schwappte sogar über den großen Teich von Glandorf/Ohio ins südliche Osnabrücker Land. Freund- und Kameradschaft pflegte Strauch auch vor Ort: Die Feuerwehr verlieh ihm die Niedersächsische Ehremedaille als Dank für die Unterstützung „leistungsstarker Feuerwehren“ . Susanne Brinkmann, Johanne große Deters und Matthias Wocken als Vertreter der Schulen spielten ihren Dank szenisch: Viele Glandorfer Kinder kennen dank Franz-Josef Strauch auch einen anderen Berufswunsch als Lokführer: „Bürgermeister.“ Mit dem Lied „Franz-Josef Strauch, hör noch nicht auf“, brachten sie ihren Abschiedschmerz unterhaltsam in Töne.

Frank Niermann vom Heimat-und Kulturverein bedankte sich für die „Aufmerksamkeit“, die Strauch dem Glandorfer Kulturgut schenkte. „Ein Verein, der nicht mehr wegzudenken ist“, betonte Strauch. Auf Magdalene Heuvelmann warte eine tolle Gemeinde. „Ein Bürgermeister sollte Hammer oder Amboss sein, aber nicht das Material dazwischen“, riet er ihr.


Wie war er denn so, der Herr Strauch? Die Reden.

Der Landrat: „Du hast nie Zweifel gehabt, dass dir die Aufgabe gelingen wird“, sagt Michael Lübbersmann mit Blick auf Strauchs Einzug ins Rathaus. Ein „gutes Standing bei Betrieben“, „schnelles Internet“, „Pflöcke im Ilek“ und die „Ortskernentwicklung“, zählt er das auf, was Strauch angeschoben hat, und was zugleich Aufgabe seiner Nachfolgerin bleibt.

Die Bürgermeisterkonferenz: „Glandorf bewegt. Du hast uns oft mitgenommen“, sagt Klaus Rehkämper mit Blick auf die Zusammenarbeit der Bürgermeister im südlichen Osnabrücker Land. Strauch habe auch den Blick über die Landesgrenze angeregt, ist die Grenzgängerroute „komplett abgefahren“, lobte er. „Niemand kann es allen recht machen, du hast es vielen recht getan.“ Auf den Rat Strauchs will er auch künftig ungern verzichten.

Die CDU: „Franz-Josef Strauch, der Menschenfreund“, bringt Hubert Pöhler Strauchs gewinnende und respektvolle Haltung gegenüber Bürgern auf den Punkt. „Diese Anerkennung bleibt, auch wenn das Amt verloren ist“, so Pöhler. „Franz-Josef international“ überschrieb er den zweiten Part seiner Rede. „Wo sein Wohnwagen nicht hinkommt, da kommt er nicht hin?“ Von wegen. Nach Startschwierigkeiten habe er einen engen Draht in die USA gepflegt. „Der Bazillus sitzt fest“, freute sich Pöhler.

Die UWG: „Der Meister der Zitate“ sei Strauch, der mahnende Worte und Machtworte sprechen könne, sagte Sebastian Gottlöber. Mit „Bleibt mal alle auf dem Teppich“, habe er für Erdung gesorgt, mit „Sechs, setzen“ unqualifizierte Äußerungen bewertet. Mit „Ich finde, das war eine ganz tolle Sache“, habe er gelobt und das lässt auch Gottlöber sich nicht nehmen: „Du bekommst ein Prachtexemplar“, sagte er zu Strauchs Frau Margret.

Die SPD: Willi Micke erinnerte an die „kleine Revolution“ am Wahlabend 2006 – und die Feier, die ihn mit dem Rad fahren ließ. Viel habe Strauch beackert, angefangen mit dem großen Kreisel, der Krippe und dem Umbau der Ludwig-Windthorst-Schule. „Wir hätten es gern gesehen, wenn du noch geblieben wärst“, sagte Micke und überreichte für den entschleunigten Alltag eine Uhr, die in Fünf-Minuten-Schritten zählt. „Tolles Teil“, freute sich Strauch.