Glandorf: Weißblaue Jubelparty 1200 Gäste beim Oktoberfest der Blaskapelle Schwege

Von Susanne Pohlmann


Glandorf. Schwege – „Servus“ und „Grüß Gott!“ Ungewöhnliche Töne konnte man am Samstagabend in Schwege hören, denn die Blaskapelle Schwege feierte ganz groß ihr 60. Jubiläum mit dem ersten Schweger Oktoberfest.

Und alle kamen. Schon im Vorverkauf hatten die Schweger rund 1200 Eintrittskarten verkauft. Damit hatten sich mehr Besucher angekündigt, als Schwege Einwohner hat. Ganz besonders beeindruckend: Nicht nur die Blaskapelle hatte sich in Dirndl und Lederhosen geworfen, auch die Gäste kamen zünftig bayerisch. Die Jubiläums-Musiker hatten speziell für diesen Abend echte Oktoberfest-Klassiker einstudiert. Dafür hatte der singende und jodelnde Bandleiter Florian Graf gesorgt, der aus Süddeutschland stammt. Gesanglich verstärkt wurde die Schweger Blaskapelle von der Studentin Janina, die dem Programm eine ganz besondere Note verlieh.

Musikalisch übernahmen dann die Oktoberfestprofis „Winfried Stark und seine Original Steigerwälder“, sodass sich dann auch die Mitglieder der Blaskapelle ins Partygetümmel stürzen konnten.

Nachdem das „Oktoberfest up’n Schwege“ schon ein toller Erfolg war, woran auch die heftigen Regengüsse nichts ändern konnten, ging es am Sonntag mit den Jubiläumsfeierlichkeiten gleich weiter. Das Highlight war dann der Festumzug „Anno 1954“ durch Schwege. Viele hatten sich im Stil der Fünfziger gekleidet.

Umzug durchs Dorf

Andere hatten einen Mottowagen gestaltet. 1954 wurde die Blaskapelle von einigen Schweger Männern gegründet, und offiziell zeigten sie ihr musikalisches Können beim Schützenfest drei Jahre später.

Nur fünf Dirigenten haben in den sechzig Jahren mit den Schwegern gearbeitet. Ganz besonders lange hielt Werner Gehlhaar den Taktstock in den Händen, von 1987 bis 2006, und prägte damit das generationenübergreifende Miteinander der Kapelle nachdrücklich.

Heute hat die Kapelle 31 aktive weibliche und männliche Mitglieder, die jüngsten sind erst 15 Jahre alt, die ältesten schon lange im Rentenalter. Sie beherrschen von Musical bis Marsch, von Pop bis Klassik alle Musikrichtungen, was sie bei ihren zahlreichen Auftritten nicht nur in Glandorf, sondern auch bei Veranstaltungen in der Region immer wieder beweisen. Und der Schlachtruf der Schweger Musiker zeigt deutlich, aus welchem Holz sie geschnitzt sind: „Gut Blech, Lang Holz, Dick Fell“ – und so soll es auch die nächsten 60 Jahre weitergehen.