Gemeinsame Liebe zum Wüstenwind Sciroccofahrer treffen sich am Campotel in Bad Rothenfelde

Von Anke Schneider


Bad Rothenfelde. Der Scirocco ist nicht nur ein Auto, sondern ein Lebensgefühl. So sehen es zumindest die Mitglieder des Scirocco-Clubs Dissen. Jedes Jahr treffen sie sich mit Gleichgesinnten aus Deutschland, Polen, Holland und England für ein Wochenende am Campotel in Bad Rothenfelde. Jetzt kamen mehr als 70 Besitzer dieser Autos, die nach einem Wüstenwind benannt wurden, zusammen.

Was das Treffen so beliebt macht, ist nicht nur die gemeinsame Begeisterung für das Sportcoupé von Volkswagen, das von Frühjahr 1974 bis Spätsommer 1992 in zwei Generationen gebaut wurde. „Es ist auch die Verbundenheit zum Autostandort Osnabrück, wo der Scirocco gebaut wurde“, sagt Kai Elftmann, Vorsitzender des Scirocco-Clubs. Dazu kommt noch, dass man sich kennt in der Scirocco-Szene. Und das jedes Treffen wie ein Familientreffen ist. „Sich wiedersehen, klönen, gemeinsam grillen und fachsimpeln, das macht einfach Spaß“, so Elftmann.

Die Autos, die am Wochenende am Campotel zusammengekommen sind, waren ebenso verschieden, wie ihre Besitzer. Wohl kein anderes Auto ist so fantasievoll umgebaut worden, wie der Scirocco. „Vor allem in den 90er-Jahren war das Kult“, berichtet Alfred Klein-Hitpaß aus Wesel. Er fährt einen Scirocco, der 1993 umgebaut wurde. Es wurde ein 16-V-Motor eingebaut, das Auto wurde tiefergelegt, bekam einen sportlichen Auspuff, breite Reifen und eine für die Zeit typische dunkle Lackierung. An der Schnauze prangt ein sogenannter Bonrath-Spoiler, auf den das Nummernschild montiert wurde. „Das war zwar verboten, war aber ein Muss“, so der Scirocco-Fan. „Serie kann schließlich jeder“, fügt Klein-Hitpaß hinzu.

Etwas anders sieht das Hubert Possehl aus Halle, dessen Scirocco 1984 gebaut wurde. Seit 1985 ist der schwarze Flitzer in seinem Besitz und ist weitgehend original. 80000 Kilometer hat der Scirocco in 29 Jahren erst gelaufen. „Der hat noch keinen Winter gesehen“, macht Possehl deutlich, dass sein Goldstück nur bei gutem Wetter ins Freie darf. Bisher wurde nur die Wasserpumpe getauscht, alle anderen Teile sind so alt wie der Wagen selbst. „Bei 40000 Kilometer ist er dezent getunt worden“, erzählt Possehl. Der Motor sei aber noch alte Technik. „Kein Einspritzer, sondern ein Sauger“, erklärt er.

Der Scirocco-Fan mit der weitesten Anreise dürfte Krzysztof Buczkowski sein, der 900 Kilometer aus Polen auf sich nahm. Er fährt ein Scirocco Cabriolet, das von der Borkener Firma Biber umgebaut wurde. „Cabrios sind bei Scirocco original nie vom Band gelaufen“, so der Pole.

Natürlich fanden sich beim Treffen am Campotel nicht nur die Sciroccos 1 und 2, die bei Karmann gebaut wurden, sondern auch der VW Corrado, der den Scirocco der zweiten Generation ablösen sollte. Auch Sciroccos der dritten Generation(seit 2008) waren zum Treffen gekommen. „Sie werden leider nicht mehr in Osnabrück gebaut, sondern in Portugal“, berichtet Kai Elftmann.

Wie bei jedem Treffen war auch dieses Mal Willi Schwebe zu Gast. Der einstige Chefkonstrukteur bei Karmann konnte wieder eine Menge über die Entwicklung des Sciroccos erzählen und fand wie immer begeisterte Zuhörer.